Pudding mit der Gabel essen – wie ein skurriler Internet-Trend aus Karlsruhe die Welt erobert
- Warum wir jetzt alle Pudding mit der Gabel essen
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Karlsruhe. Was mit einem unscheinbaren Flyer in Karlsruhe begann, hat sich in kürzester Zeit zu einem der kuriosesten und skurrilsten Internet-Phänomene des Jahres 2025 entwickelt. Unter dem Motto „Wir essen Pudding mit einer Gabel“ treffen sich seit Ende August 2025 hunderte, teils tausende Menschen in Städten quer durch Deutschland – und inzwischen auch international –, um gemeinsam genau das zu tun: Pudding mit einer Gabel essen.
Ursprung in Karlsruhe
Ob Draisine oder die erste E-Mail Deutschlands - Karlsruhe ist berühmt für seinen Innovationsgeist. Ende August tauchte in der Karlsruher Innenstadt ein anonymer und mysteriöser Flyer auf, der zu einem Treffen aufrief. Der Text versprach nichts Spektakuläres – nur die Einladung, Pudding mit einer Gabel zu essen. Niemand wusste, wer dahintersteckte. Schnell verbreiteten lokale Meme-Seiten wie karlsruher.memes das Bild des Flyers in den sozialen Medien. Die Idee zündete. Schon wenige Tage später versammelten sich rund 150 bis 200 Menschen in Karlsruhe, um den ersten „Pudding-mit-Gabel“-Flashmob der Geschichte zu veranstalten. Der Countdown „Zehn, neun, acht …“ hallte über den Platz, dann stachen Dutzende Gabeln gleichzeitig in unzählige Puddingbecher.
Und der Trend geht weiter - es gibt neue Termine in der Fächerstadt und auch die Medien wurden auf den neuen Hype aufmerksam.
Vom Spaßevent zum Social-Media-Hype
Innerhalb weniger Tage verbreiteten sich Videos der Aktion auf TikTok, Instagram und Reddit. Der Hashtag #puddingmitgabel sammelte Millionen Aufrufe. Der Reiz lag im Banalen: Das absurde, scheinbar sinnlose Ritual traf den Nerv einer Generation, die zwischen digitaler Reizüberflutung und gesellschaftlichem Druck nach Momenten kollektiver Leichtigkeit sucht.
Inzwischen finden ähnliche Treffen in zahlreichen Städten statt, darunter Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart, München und Dresden. Auch kleinere Orte wie Stendal oder Bonn schlossen sich an. In Hannover kamen laut Berichten bereits über tausend Menschen zusammen, um sich an dem augenzwinkernden Happening zu beteiligen.
Auch große Firmen wie Lidl sind auf den Trend aufmerksam geworden und nutzen ihn werbewirksam.
Internationale Ausbreitung
Längst ist der Trend über Deutschlands Grenzen hinausgewachsen. In Wien fand Ende September das erste österreichische „Pudding-mit-Gabel“-Treffen im Burggarten statt, weitere Termine folgten in Bregenz und Salzburg. Auch in der Schweiz wurden ähnliche Events organisiert, und in Finnland kursieren bereits Ankündigungen für den Herbst. Treffen fanden auch in den Vereinigten Staaten statt, zum Beispiel im Cal Anderson Park in Seattle und an der Northeastern University in Boston.
Sogar New York City hat den Trend aufgegriffen: Auf der Plattform Partiful tauchte eine Einladung zu einem „Pudding with a Fork“- Treffen auf, das Mitte Oktober 2025 im Central Park stattfinden soll.
- Pudding mit der Gabel essen
- Foto: Heike Schwitalla - erstellt mit KI
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Zwischen Humor, Gemeinschaft und Memekultur
Der Erfolg des Trends erklärt sich aus mehreren Faktoren. Zum einen bietet das Event eine niedrigschwellige Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Pudding kostet wenig, eine Gabel hat jeder – mehr braucht es nicht. Eine Art der neuen Einsamkeitsbewältigung, wie sie sich nur die Gen-Z ausdenken kann.
Zum anderen passt die Aktion perfekt in die visuelle Logik sozialer Medien: das rhythmische Klopfen auf dem Aludeckel, der Countdown, die kollektive Absurdität.
Kulturwissenschaftlich lässt sich der Trend auch als Ausdruck einer neuen Form von digitaler Performance verstehen – einer Mischung aus Ironie, Nostalgie und Gemeinschaftssuche.
Kritik und Nachhaltigkeit
So harmlos der Trend wirkt, er bleibt natürlich nicht frei von Kritik. Einige Städte mahnen zur Rücksicht auf öffentliche Plätze, nachdem Müll und leere Becher zurückgeblieben waren. Andere Beobachter sehen darin einen Spiegel gesellschaftlicher Sehnsucht nach Bedeutung im Belanglosen. Dennoch überwiegt der spielerische Charakter: ein kollektiver Spaß ohne Zwang, ohne Kommerz und ohne Botschaft – und gerade deshalb faszinierend.
Ausblick: Ein Trend mit Zukunft?
Ob „Pudding mit der Gabel“ als einmaliges Phänomen oder als wiederkehrendes Ritual in Erinnerung bleibt, ist offen - eine wirklich nachhallende Wirkung, wie bei jedem Hype aus dem Internet, jedoch fraglich. Doch eines steht fest: Der Trend hat gezeigt, wie aus einer beiläufigen Idee ein internationales Ereignis entstehen kann, wie das Internet mit seinen Sozialen Netzwerken einen Hype nach dem anderen erzeugt.
Zwischen Humor und absurder Poesie vereint das "Pudding mit der Gabel"-Essen Menschen, die nichts anderes verbindet als gegen die Vereinsamung inmitten der Gesellschaft anzukämpfen und der Wunsch, gemeinsam etwas völlig Sinnloses zu tun – und dabei für einen Moment alles andere zu vergessen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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