Pellets teurer: Preise in Rheinland-Pfalz im Check
- Mit dem Herbst startet auch die Heizsaison: In den Kommunen Ingelheim und Morbach sind die Brennholzpreise stabil geblieben. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Für Haushalte mit Kamin, Ofen oder Pelletheizung unterscheiden sich die Kosten zum Start der Heizsaison deutlich nach Brennstoff und Einkaufsort. Während kommunales Brennholz in mehreren Orten preislich stabil bleibt, sind Pellets bundesweit deutlich teurer geworden.
Besonders lohnend kann der Blick auf kommunale Angebote vor Ort sein. Rheinland-Pfalz hat mit rund 46 Prozent bundesweit den höchsten Anteil an Körperschaftswäldern. Städte und Gemeinden legen die Preise für Holz aus ihren Wäldern selbst fest. Häufig werden zunächst Einwohner berücksichtigt, zudem ist die Abgabemenge je Haushalt meist begrenzt.
Preise für Brennholz in Gemeinden stabil
In Morbach im Hunsrück kostet Buchen- und Eichenholz mindestens 45 Euro je Raummeter. Für Birke, Ahorn und andere Laubhölzer werden mindestens 33 Euro je Raummeter verlangt. Ein Raummeter, auch Ster genannt, entspricht einem Kubikmeter gestapeltem Holz einschließlich der Zwischenräume zwischen den Scheiten.
Das Holz wird in Morbach an den Rand von Waldwegen gerückt, versteigert und muss anschließend selbst aufgearbeitet werden. Dafür sind ein Nachweis für die Motorsäge sowie Schutzkleidung erforderlich. Nach Angaben der Verwaltung ist für die nächste Gremiensitzung keine Preissteigerung vorgesehen.
In Ingelheim kostet Laubholz 75 Euro je Festmeter. Nadelholz ist dort für 57 Euro je Festmeter erhältlich. Ein Festmeter beschreibt einen Kubikmeter reine Holzmasse ohne Zwischenräume. Beide Preise seien gegenüber den Vorjahren unverändert, teilte die Stadtverwaltung mit.
Staatswald: Buche etwas teurer, Eiche günstiger
Bei Holz aus dem Staatswald wurden die Mindestpreise in Teilen angepasst. Landesforsten Rheinland-Pfalz verlangt für Buche und andere weiße Hartlaubhölzer mindestens 75 Euro je Festmeter. Das sind zwei Euro mehr als in der Vorsaison.
Der Mindestpreis für Eiche und andere Hartlaubhölzer sank auf 68 Euro je Festmeter. Weichlaubhölzer und Nadelholz kosten mindestens 50 Euro je Festmeter. Als Gründe nennt Landesforsten das Energieholzpreisniveau im regionalen Umfeld, die stabile Marktlage für ofenfertiges Brennholz und die Entwicklung der Laubholzindustrie.
Pellets bundesweit deutlich teurer
Pellets verteuerten sich laut Deutschem Energieholz- und Pellet-Verband im September bei Lieferverträgen über sechs Tonnen deutschlandweit um 111 Euro im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Preis lag bei rund 425 Euro je Tonne.
Weniger Bauaktivität führt nach Angaben des Verbands dazu, dass Sägewerke weniger Holz verarbeiten. Dadurch werden Sägespäne als wichtiger Rohstoff für Pellets knapper. Steigende Energie- und Personalkosten verstärken den Effekt. Für Rheinland-Pfalz gebe es jedoch keinen einheitlichen Preistrend, da Produktion, Nachfrage und Witterung vor Ort den Markt beeinflussten.
Beim Onlinekauf auf Warnzeichen achten
Der Branchenverband empfiehlt, Pellets möglichst in den Sommermonaten zu bestellen. Dann seien sie vor Beginn der Heizperiode oft günstiger und leichter lieferbar. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt zugleich vor gefälschten Onlineshops für Brennholz und Pellets.
- Mehrere Angebote vergleichen: Besonders niedrige Preise können ein Warnsignal sein.
- Shop genau prüfen: Auffällige Internetadressen, Rechtschreibfehler und ein unvollständiges Impressum sind verdächtig.
- Zahlungsarten beachten: Seriöse Händler bieten in der Regel mehrere Zahlungswege an. Reine Vorkasse-Forderungen gelten als Warnzeichen.
- Lieferbedingungen prüfen: Neben dem Preis zählen Qualität, Menge und Anlieferung.
Wer Preise und Anbieter sorgfältig vergleicht, kann die Heizkosten besser einschätzen und das Betrugsrisiko beim Holzkauf senken. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |