Obsternte im September: Diese Erntefehler ruinieren Lagerung und Geschmack

Erntezeit im September: Jetzt werden viele Sorten reif und können nach und nach geerntet werden. | Foto: Silas Stein/dpa/dpa-mag
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Obsternte im September. Der September ist im Obstgarten Hochsaison. Jetzt startet die große Erntezeit für Äpfel, Birnen, Pflaumen und Holunder. Wer seine Bäume jetzt regelmäßig kontrolliert, reife Früchte rechtzeitig pflückt und Fallobst nicht liegen lässt, sichert nicht nur mehr Ertrag, sondern schützt den Obstbestand auch vor Fäulnis, Wespen und Krankheiten.

Denn eines gilt im September ganz besonders: Nicht der Kalender entscheidet über die Ernte, sondern der Reifegrad der Früchte. Genau darauf weist auch der Industrieverband Agrar (IVA) hin, der beste Erntezeitpunkt richtet sich nicht nach dem Datum, sondern danach, wie weit die jeweilige Frucht tatsächlich entwickelt ist.

September ist Erntezeit – aber nicht alles wird gleichzeitig reif

Mit dem Übergang vom Spätsommer in den Herbst beginnt die wichtigste Phase im Obstgarten. Äpfel, Birnen, Pflaumen und Holunder können jetzt geerntet werden. Doch Hobbygärtner sollten nicht den Fehler machen, alles in einem Durchgang abzunehmen.

Viele Früchte reifen am Baum zeitversetzt. Gerade Äpfel, Birnen und Pflaumen brauchen oft mehrere Pflückgänge. So landen vollreife Früchte rechtzeitig im Korb, während unreife Exemplare noch nachziehen können. Das verbessert Qualität, Aroma und Lagerfähigkeit.

Ideal zur Ernte ist trockenes, sonniges Wetter. Wer bei Nässe erntet, riskiert empfindlichere Früchte und schlechtere Lagerbedingungen.

Woran erkennt man wirklich reifes Obst?

Die Farbe allein ist kein verlässlicher Maßstab. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz macht deutlich, dass auch die Farbe der Apfelkerne oder die äußere Ausfärbung nicht immer sicher etwas über die Erntereife aussagen. In manchen Jahren sind Früchte bereits reif, bevor sie vollständig sortentypisch gefärbt sind.

Wichtige Hinweise auf den richtigen Erntezeitpunkt sind:

  • angenehmer, sortentypischer Duft
  • gutes Aroma
  • passende Fruchtfleischfestigkeit
  • leichte Lösbarkeit vom Ast
  • sortentypische Entwicklung der Frucht

Bei Äpfeln hilft ein einfacher Praxistest: Reife Früchte lassen sich durch leichtes Drehen oder sanftes Anheben vom Ast lösen. Der IVA nennt den individuelle Reifegrad als entscheidendes Kriterium für die Ernte.

Wer Früchte länger lagern möchte, sollte etwas früher ernten. Für den direkten Verzehr dürfen sie länger am Baum bleiben. Früher geerntetes Obst ist fester und lagerfähiger, vollreifes Obst schmeckt meist süßer und aromatischer, wird aber schneller weich.

Äpfel, Birnen, Pflaumen: Diese Unterschiede sollten man kennen

Nicht jede Obstart wird gleich behandelt. Gerade im September lohnt sich der genaue Blick auf jede einzelne Kultur.

Äpfel: Jetzt beginnt die Haupternte
September ist die klassische Haupterntezeit für viele Apfelsorten. Reife Äpfel sollten nicht vom Baum gerissen werden, sondern sich mit einer leichten Drehbewegung lösen. Frische Früchte auf dem Boden können ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass die Ernte beginnt.

Wichtig: Äpfel sind druckempfindlich. Deshalb sollten sie behutsam gepflückt und vorsichtig in Körbe oder Kisten gelegt werden. Schon kleine Verletzungen können später zu Fäulnis führen.

Birnen: Lieber etwas früher pflücken
Birnen gehören zu den klimakterischen Früchten. Sie können nach der Ernte noch nachreifen. Deshalb nimmt man sie besser etwas früher vom Baum. Bleiben sie zu lange hängen, werden sie schnell mehlig oder weich.

Pflaumen: Mehrfach kontrollieren
Pflaumen und Zwetschgen reifen oft besonders ungleichmäßig. Deshalb lohnt sich alle paar Tage ein Blick in die Krone. Gepflückt werden sollten nur vollreife Früchte, denn nicht jede Frucht am Baum ist gleichzeitig erntereif.

Holunder, Quitten, Nüsse und Trauben:
Auch Holunder gehört im September zu den typischen Erntekulturen. Die Dolden sollten erst geschnitten werden, wenn die Beeren tiefschwarz ausgereift sind. Quitten, späte Tafeltrauben sowie Hasel- und Walnüsse folgen meist eher später im Monat.

Fallobst niemals liegen lassen

So praktisch Fallobst auf den ersten Blick wirken mag: Unter dem Baum sollte es nicht lange bleiben. Am Boden beginnen Äpfel, Birnen oder Pflaumen schnell zu faulen oder zu schimmeln. Außerdem ziehen überreife Früchte Schädlinge und Wespen an. Das erhöht das Risiko für Krankheiten im Obstgarten und kann die restliche Ernte beeinträchtigen.

  • Fallobst regelmäßig einsammeln
  • frisch gefallenes, unbeschädigtes Obst rasch verwerten
  • verdorbene Mengen konsequent entsorgen
  • nur kleine Mengen an abgelegener Stelle für Tiere liegen lassen

Besonders wichtig ist auch der Blick in die Baumkrone. Vertrocknete, hängen gebliebene Früchte sollten entfernt werden. Daraus können sogenannte Fruchtmumien entstehen, auf denen Pilzkrankheiten überwintern und im Frühjahr neue Früchte infizieren.

So wird Obst richtig gepflückt – ohne Druckstellen und Fäulnis

Eine schonende Ernte ist entscheidend, damit diese auch erfolgreich ist. Denn nicht nur der Reifegrad, auch die Art des Pflückens beeinflusst die Haltbarkeit.

Darauf sollten man achten:

  • Früchte nie abreißen
  • immer leicht drehen oder anheben
  • möglichst nur eine Frucht pro Hand pflücken
  • direkt ins Pflückgefäß legen
  • nicht auf dem Arm sammeln
  • Fallobst getrennt lagern
  • Obst in Kisten nicht werfen oder rollen lassen

Gerade Äpfel und Birnen reagieren empfindlich auf Stöße. Was bei der Ernte angeschlagen wird, fault im Lager oft zuerst.

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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