Nützlinge im Garten: So bekämpfen Marienkäfer & Co. Schädlinge natürlich
- Im Fachhandel erhältliche Raubmilben können gezielt Schädlinge an Pflanzen bekämpfen.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Nützlinge im Garten einsetzen. Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen können Blattläuse und andere Schädlinge deutlich reduzieren. Wer ihnen im Garten oder auf dem Balkon gute Bedingungen bietet, muss Pflanzen oft seltener behandeln.
Wenn im Frühjahr Pflanzen kräftig wachsen, tauchen meist auch Blattläuse, Spinnmilben oder Thripse auf. Natürliche Gegenspieler helfen dabei, diese Schädlinge in Schach zu halten. Der Industrieverband Agrar (IVA) weist darauf hin, dass viele heimische Insekten gezielt gefördert werden können.
Welche Nützlinge gibt es im Garten?
Einige Nützlinge gelten als besonders effektiv bei typischen Gartenproblemen:
- Marienkäferlarven fressen große Mengen an Blattläusen
- Florfliegenlarven bekämpfen Thripse, Spinnmilben und Blattläuse
- Schwebfliegenlarven ernähren sich ebenfalls vor allem von Blattläusen
- Raubwanzen und Laufkäfer helfen gegen verschiedene Schadinsekten
Blühpflanzen und Rückzugsorte fördern Nützlinge
Damit sich diese Helfer dauerhaft ansiedeln, brauchen sie Nahrung und geschützte Plätze. Besonders wichtig sind Pflanzen mit Pollen und Nektar. Geeignet sind ungefüllte Blüten von Kräutern wie Salbei, Dill oder Fenchel sowie Blumen wie Ringelblumen und Kornblumen. Stauden sollten möglichst dicht wachsen und vom frühen Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen. So finden Insekten über die gesamte Saison hinweg Nahrung. Offene Flächen lassen sich mit Bodendeckern schließen.
Der IVA empfiehlt außerdem, bevorzugt heimische Pflanzenarten zu setzen. Hinweise wie "insektenfreundlich" im Gartenfachhandel können eine erste Orientierung bieten.
Auch Balkon und Wohnung eignen sich für Nützlinge
Selbst kleine Flächen können für Insekten attraktiv sein. Auf Balkon oder Terrasse helfen unter anderem:
- Blütenreiche Balkonkästen
- Kräutertöpfe mit Dill, Fenchel oder Salbei
- Kleine Insektenhotels als Rückzugsort
- Bereiche, die möglichst wenig gestört werden
An warmen Tagen nutzen viele Insekten auch Wasserstellen. Flache Schalen mit kleinen Steinen oder Holzstücken dienen als sichere Landehilfe. Nützlinge lassen sich zudem gezielt einsetzen. Im Fachhandel werden etwa Nematoden angeboten, die gegen Engerlinge, Dickmaulrüssler oder Trauermückenlarven wirken können.
Chemische Mittel erst als letzte Option verwenden
Auch bei Zimmerpflanzen können Nützlinge helfen. Raubmilben, Nematoden oder Florfliegenlarven werden eingesetzt, wenn sich Schädlinge in Innenräumen stark vermehren. Chemische Pflanzenschutzmittel gelten laut IVA erst als letzte Option. Häufig reichen mechanische Maßnahmen wie Absammeln sowie Leimringe oder Gelb- und Blautafeln aus, um den Befall zu begrenzen.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |