NIWIS: So hilft das Portal bei Niedrigwasser in Deutschland

NIWIS bündelt Daten zu Niedrigwasser in Flüssen, Grundwasser und Böden bundesweit einheitlich. Das hilft, die Lage in der eigenen Region schnell und vergleichbar einzuordnen. | Foto: Heike Schwitalla
  • NIWIS bündelt Daten zu Niedrigwasser in Flüssen, Grundwasser und Böden bundesweit einheitlich. Das hilft, die Lage in der eigenen Region schnell und vergleichbar einzuordnen.
  • Foto: Heike Schwitalla
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Niedrigwasser Deutschland. NIWIS zeigt bundesweit einheitlich, wie niedrig Wasserstände in Flüssen sowie im Grundwasser und im Boden aktuell sind, damit sich die Lage in der eigenen Region besser einordnen lässt.

Gerade in trockenen Sommerwochen wird sichtbar, wie schnell Wasser zur knappen Ressource werden kann, etwa wenn Pegelstände sinken, Böden austrocknen oder Kommunen über Einschränkungen beim Wassergebrauch diskutieren. Die neue Online-Plattform bündelt dafür Daten an einem Ort und macht sie vergleichbar.

Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) hat NIWIS gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und den Bundesländern aufgebaut. Ziel ist eine verlässliche Informationsgrundlage, weil Niedrigwasser zwar oft langsam entsteht, aber über Wochen oder Monate ganze Regionen betreffen kann.

Was NIWIS im Alltag besser einordnen lässt

Niedrigwasser hat nicht nur Folgen für Schifffahrt oder Industrie, sondern kann regional auch die Wassernutzung insgesamt unter Druck setzen. NIWIS ist dafür als verständliche Weboberfläche und zugleich als Datenquelle gedacht, die aktuelle Werte in einen hydrologischen Kontext setzt.

Wichtige Funktionen, die NIWIS nach Angaben von BMUKN und BfG bietet:

  • Zentrale Datenplattform: Zusammenführung tagesaktueller Daten zu Wasserständen und Abflüssen, Grundwasserständen und Quellschüttungen, Bodenfeuchte sowie Niederschlagswerten und abgeleiteten Kenngrößen.
  • Einheitliche Einordnung: Bewertung des Niedrigwasserzustands an Messstellen mit den Stufen normal, niedrig, sehr niedrig, extrem niedrig.
  • Interaktive Darstellung: Karte, Auswahl einzelner Stationen oder Regionen, Diagramme und Vergleiche über verschiedene Kenngrößen.
  • Hintergrundwissen: Erläuterungen für den Einstieg und vertiefte Informationen zur Einordnung.
  • Offene API: Daten können über eine Programmierschnittstelle für eigene Auswertungen genutzt werden, etwa in Verwaltung oder Wissenschaft.

Welche Daten hinter dem System stehen

NIWIS integriert nach Angaben der beteiligten Behörden erstmals bundesweit Wasserstände, Abflüsse, Grundwasserstände, Bodenfeuchte und Niederschläge in einer gemeinsamen Darstellung. Als Basis dienen Messdaten der Bundesländer, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ab 1991. Damit soll die aktuelle Lage flächendeckend und vergleichbar eingeordnet werden.

In den kommenden Jahren sollen laut BMUKN und BfG weitere Messstationen hinzukommen. Außerdem sind zusätzliche Parameter geplant, etwa ausgewählte See- und Speicherstände.

Warum Niedrigwasser oft unterschätzt wird

Im Unterschied zu Hochwasser entsteht Niedrigwasser meist nicht plötzlich. Es entwickelt sich langsam und hält häufig lange an. Genau das kann dazu führen, dass Auswirkungen erst spät sichtbar werden.

Als typische Folgen nennt das BMUKN unter anderem:

  • Einschränkungen im Transport, wenn Schiffe weniger Ladung aufnehmen können.
  • Störungen in Lieferketten für Unternehmen.
  • Weniger Kühlwasser für Kraftwerke und Industrie.
  • Trockenheit in der Landwirtschaft mit möglichen Ernteausfällen.
  • Regionaler Druck auf die Trinkwasserversorgung.
  • Steigende Wassertemperaturen in Flüssen und eine mögliche Verschlechterung der Wasserqualität.

Als Beispiel für die Verwundbarkeit gelten wiederkehrende Niedrigwasserjahre von 2015 bis 2018, in einigen Regionen sogar bis 2020.

Wo NIWIS erreichbar ist

Die Plattform ist online verfügbar unter niwis-online.de. Praktisch ist vor allem der bundesweite Vergleich, weil Daten bislang regional verteilt und methodisch unterschiedlich dargestellt wurden.

Unterm Strich erleichtert NIWIS die Einordnung, ob niedrige Wasserstände in einer Region eher eine kurzfristige Schwankung sind oder im Vergleich zu langjährigen Daten deutlich auffallen. red

Autor:

Thorsten Kornmann aus Karlsruhe

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.