Niedrigwasser auf dem Rhein: Hotelschiffe könnten bald nicht mehr fahren
- Ein Frachtschiff passiert eine Untiefe im Rhein bei Oberwesel - schon vor Wochen sind die Wasserstände hier gesunken. (Archivbild)
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Bingen. Sinkende Pegel am Rhein könnten schon in den kommenden ein bis zwei Wochen Folgen für Hotelschiffe im Oberen Mittelrheintal haben. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Budenheim bei Mainz und St. Goar gegenüber dem Loreley-Felsen.
Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein deuten Prognosen darauf hin, dass Kabinenschiffe dort bei anhaltender Trockenheit bald nicht mehr fahren können. Frachtschiffe sind bereits eingeschränkt, weil sie den Rheinabschnitt oft nicht mehr voll beladen passieren können.
Hotelschiffe sind kaum flexibel
Für Frachtschiffe lässt sich die Ladung an niedrige Wasserstände anpassen. Bei Hotelschiffen ist das kaum möglich. „Ein paar Koffer weniger bringen ja nichts“, sagte Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen der Deutschen Presse-Agentur. Als Ausweichmöglichkeit könnten Kabinenschiffe ihre Route etwa ab Koblenz auf die Mosel verlegen. Dort gibt es durch Staustufen und Schleusen weniger Probleme mit Niedrigwasser.
Frachtschiffe fahren weiter – aber oft mit weniger Ladung
Auf dem besonders sensiblen Rheinabschnitt zwischen Budenheim und St. Goar wird nur eine Mindesttiefe der Fahrrinne von 1,90 Metern garantiert. Auf anderen Strecken sind es häufig 2,10 Meter. Eine geplante Vertiefung der Fahrrinne auf diesem Abschnitt wird sich nach Angaben aus der Meldung noch über Jahre hinziehen.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt verweist darauf, dass es bei Niedrigwasser keine amtlichen Sperrungen durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gibt. Transporte laufen weiter, solange sie physikalisch und sicher möglich sind. Bei ausgeprägtem Niedrigwasser können Schiffe demnach teils nur noch mit 25 Prozent ihrer möglichen Ladung unterwegs sein. Zudem gibt es mit Kunden oft frühzeitig Sondervereinbarungen, damit größere Mengen noch bei höheren Wasserständen angeliefert werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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