Niedrigwasser am Rhein bei Kaub: Fähre stoppt, Kiesbänke wachsen

Rinnsal statt reißende Strömung: Der Rhein hat infolge der Sommertrockenheit viel Wasser verloren - auch bei Osterspai nahe Koblenz. (Archivbild) | Foto: Thomas Frey/dpa
  • Rinnsal statt reißende Strömung: Der Rhein hat infolge der Sommertrockenheit viel Wasser verloren - auch bei Osterspai nahe Koblenz. (Archivbild)
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Kaub. Das extreme Niedrigwasser am Rhein hat bei Kaub direkte Folgen für Pendler, Ausflügler und die Schifffahrt. Am Mittelrhein ist der Pegel so weit gefallen, dass die Autofähre seit dem 10. August stillsteht und an vielen Stellen neue Sand- und Kiesbänke sichtbar werden.

Noch nie seit Beginn der Messungen ist der Wasserstand am für die Schifffahrt wichtigen Pegel Kaub so tief gefallen. Auf der digitalen Anzeige am historischen Pegelhäuschen erscheinen inzwischen keine Ziffern mehr. Der Rhein gehört zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Doch wegen der Trockenheit fahren derzeit deutlich weniger Schiffe und oft nur mit reduzierter Ladung.

Fähre in Kaub außer Betrieb

Fährmann Andre Kimpel hat den Betrieb seiner Autofähre am 10. August eingestellt. Nach seinen Angaben ist das Risiko zu groß, mit den Schiffsschrauben auf Grund aufzusetzen und Schäden zu verursachen. Für Berufspendler bedeutet das längere Umwege über den Rhein. Kimpel rechnet damit, dass sich die Lage trotz angekündigten Regens weiter verschärfen könnte, weil Niedrigwasser meist erst im Herbst besonders ausgeprägt ist.

Die Zwangspause trifft auch den Betrieb. Im Oktober und November soll zudem die Rampe am anderen Rheinufer saniert werden. Dann wird die Fähre nach Angaben des Fährmanns weitere vier Wochen nicht fahren.

Weniger Schiffe und Einschränkungen für Touristen

Auch Anwohner beobachten die Veränderungen deutlich. Größere Hotelschiffe fehlen vielerorts, weil sie ihren Tiefgang kaum weiter verringern können. In der Branche heißt es, dass manche Passagiere auf Teilstrecken mit Bussen weiterbefördert oder auf andere Routen umgeleitet wurden. Rhein-Nebenflüsse wie Main und Mosel sind laut Bericht wegen ihrer Staustufen weniger stark betroffen.

Für Ausflügler zeigt sich der Fluss an vielen Stellen von einer ungewöhnlichen Seite. Zahlreiche Sand- und Kiesbänke sind freigelegt. Am Jungferngrund bei Oberwesel ist die sonst meist überflutete Fläche derzeit so groß, dass Spaziergänger dort deutlich weiter laufen können als üblich. Ein Ausflügler berichtete dort zudem von Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad, an einem Hitzetag sogar von 28,2 Grad.

Warnung vor Badegefahr und Munitionsfunden

Die Wasserschutzpolizei ist wegen des Niedrigwassers ebenfalls vorsichtiger unterwegs. In einem Rhein-Seitenarm bei Wiesbaden fuhr ein Streifenboot deshalb besonders langsam, um bei dem geringen Wasserstand kein zusätzliches Risiko einzugehen. Nach Angaben eines Beamten bleibt die Polizei aber auch bei weiter sinkenden Pegeln mit kleinen Schlauchbooten einsatzfähig.

Gleichzeitig warnt die Wasserschutzpolizei dringend vor dem Schwimmen im Rhein. Strömung und Schiffsverkehr machten den Fluss tückisch. Hinzu kommt ein weiteres Problem, das bei Niedrigwasser zunimmt: Im Rhein tauchen immer wieder Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Solche Funde müssen von Kampfmittelräumern gesichert werden. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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