Neuer Psychiatrieplan im Saarland vorgestellt: Mehr Bedarf bei Demenz

Auch Kinder und Jugendliche sind heute von psychischen Störungen betroffen. Tendenz steigend, befürchten Experten. (Symbolbild) | Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Saarland. Psychische Erkrankungen betreffen immer mehr Menschen. Im Saarland zeigt ein neuer Landespsychiatrieplan, wo die Versorgung bereits funktioniert und wo künftig zusätzliche Angebote nötig werden.

Nach aktuellen Schätzungen gibt es im Land jährlich rund 15.000 stationäre Behandlungsfälle wegen psychischer Erkrankungen. Im ambulanten Bereich gehen Fachleute von etwa 40.000 Patientinnen und Patienten aus. Die Tendenz steigt.

Der rund 120 Seiten starke Bericht wurde von Experten des Kölner Instituts FOGS gemeinsam mit Gesundheitsminister Magnus Jung vorgestellt. Professor Rudolf Schmid zog dabei eine insgesamt positive Bilanz. Im Ländervergleich sei das Saarland bei der Versorgung psychisch kranker Menschen gut aufgestellt. Gleichzeitig stehe das System wie im gesamten Bundesgebiet vor neuen Herausforderungen.

Psychische Erkrankungen zählen inzwischen zu den großen Volkskrankheiten und liegen nach Einschätzung der Fachleute etwa auf Rang fünf der häufigsten Erkrankungen.

Ambulante Versorgung unter Druck

Besonderen Handlungsbedarf sehen die Experten im ambulanten Bereich. Dort könnten sich künftig Lücken ergeben. Das betreffe sowohl die Zahl der Behandler als auch die Versorgung in einzelnen Regionen.

Kommunen könnten laut Gutachten stärker eingebunden werden. Denkbar seien Modelle, bei denen Städte und Gemeinden Praxisräume bereitstellen, um Ärztinnen und Ärzte für eine Niederlassung zu gewinnen.

Auch eine spezielle Förderquote für angehende Mediziner im Bereich Psychiatrie wird diskutiert. Ein ähnliches Modell existiert bereits für Hausärzte im ländlichen Raum.

Mehr Demenzfälle erwartet

Durch den demografischen Wandel rechnen Fachleute außerdem mit deutlich mehr Demenzerkrankungen. Neue Pflegeheime allein seien jedoch keine ausreichende Lösung. Wichtiger seien lokale Netzwerke, Unterstützung im Alltag und ein stärkeres Ehrenamt.

Auch bei Kindern und Jugendlichen nehmen psychische Probleme zu. Experten sehen hier einen Zusammenhang mit Bildung und sozialen Rahmenbedingungen. Prävention in Schulen und Familien werde deshalb künftig eine größere Rolle spielen.

Gesundheitsminister Jung betonte, dass sich die Versorgung stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen orientieren müsse. Lange Zeit seien psychische Erkrankungen stigmatisiert worden. Ziel sei eine bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten im Gesundheits- und Sozialbereich. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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