Neue Fahrverbote bei Kufstein: Tirol sperrt Schleichwege

Nur bei Stau darf die Polizei in Bayern Autofahrer auf die Autobahn zurückschicken. (Symbolfoto) | Foto: Stefan Puchner/dpa
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Tirol. Autofahrer auf dem Weg in den Süden müssen sich zum Start der Sommersaison auf neue Einschränkungen rund um Kufstein einstellen. Das österreichische Bundesland Tirol sperrt von Freitag, 1. Mai, bis Sonntag, 1. November erneut zahlreiche Nebenstrecken für den Transitverkehr.

Betroffen sind vor allem Ausweichrouten rund um die Autobahn. Die Fahrverbote gelten tagsüber an Wochenenden, Feiertagen und an besonders verkehrsreichen Brückentagen. Wer die Sperren ignoriert, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Noch mehr gesperrte Straßen im Bezirk Kufstein

Neu ist, dass Tirol die Verbote im Bezirk Kufstein auf weitere Straßen ausdehnt. Nach Angaben des Landes habe sich die Verkehrssituation an stark frequentierten Reisetagen deutlich verschärft.

Verkehrslandesrat René Zumtobel erklärte, die Maßnahme solle Gemeinden entlang der beliebten Reiserouten entlasten. Ziel sei mehr Verkehrs und Versorgungssicherheit für die Anwohner.

Hunderttausende Fahrzeuge zurück auf die Hauptstraßen

Die bisherigen Kontrollen zeigen Wirkung. Im vergangenen Jahr wurden zwischen Mitte April und Anfang November rund 516000 Fahrzeuge von Nebenstrecken zurück auf die Hauptverkehrsrouten geschickt.

Auch in der vergangenen Wintersaison war der Ausweichverkehr hoch. Zwischen Freitag, 20. Dezember, und Ostermontag registrierten die Behörden rund 411000 Fahrzeuge, die eigentlich nicht durch die Orte fahren durften.

Allein auf der Transitroute über den Fernpass wurden rund 173000 Autofahrer gezählt, die einen Stau umfahren wollten.

Navigationsgeräte sollen Schleichwege nicht mehr zeigen

Nach Angaben des Landes Tirol arbeiten inzwischen auch Anbieter von Navigationssystemen mit den Behörden zusammen. Gesperrte Ausweichstrecken sollen künftig nicht mehr als schnellere Route vorgeschlagen werden.

Wie schnell diese Änderungen in den Geräten und Apps sichtbar werden, dürfte sich erst im kommenden Sommerreiseverkehr zeigen.

Bayerische Landkreise setzen ähnliche Regeln um

Auch mehrere Regionen in Oberbayern haben Durchfahrverbote eingeführt. Dazu gehören die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Berchtesgadener Land entlang der Autobahnen A8 und A93.

Dort gelten die Regeln meist von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen. Kontrollen erfolgen allerdings nur bei Stau und durch den regulären Streifendienst der Polizei.

In Tirol stehen dagegen häufig zusätzliche Sicherheitskräfte an Abfahrten. Autofahrer müssen dort ihr Fahrziel angeben. Nur wer tatsächlich in der Region unterwegs ist, darf weiterfahren.

Kritik von Anwohnern in Bayern

In einigen bayerischen Orten halten Anwohner die Kontrollen für zu schwach. Immer wieder klagen sie über Ausweichverkehr durch ihre Ortschaften.

Im Berchtesgadener Land blockierten Einheimische vor wenigen Wochen aus Protest sogar selbst eine Straße mit einem Minibagger und einem Auto. Sie wollten damit auf den anhaltenden Durchgangsverkehr aufmerksam machen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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