Narzisstische Chefs erkennen: Wann Charisma im Job hilft
- Der neue Kunde schlägt ein: Narzisstisch veranlagte Führungskräfte haben oft auch Eigenschaften, die im Berufsleben von Vorteil sein können.
- Foto: Zacharie Scheurer/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Narzisstische Chefs erkennen. Wer narzisstische Chefs erkennt, kann Charisma im Job besser einordnen und früher merken, wann daraus Belastung für das Team wird. Denn selbstbewusstes, überzeugendes Auftreten kann Beschäftigte zunächst motivieren. Problematisch wird es laut Expertin vor allem dann, wenn Empathie fehlt oder Mitarbeitende nur dem Erfolg der Führungskraft dienen sollen.
Narzissmus in Führung ist damit nicht automatisch ein Nachteil. «Narzissmus kann auch positive Seiten haben», sagt Iris Gauglitz, Professorin für Organisations- und Arbeitspsychologie an der Neoma Business School in Reims. Sie forscht unter anderem zu Narzissmus in Organisationen.
Charisma kann Teams im Alltag stabilisieren
Eine Führungskraft mit sicherem und charismatischem Auftreten kann im Team zunächst Orientierung geben. Das wirkt besonders dann nützlich, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind oder Beschäftigte in einer angespannten Lage Halt brauchen.
Auch im Kontakt mit Kunden oder Partnern kann ein solches Auftreten Vorteile bringen. Gauglitz nennt als Beispiel den Vertrieb, weil eine überzeugende Person dort schneller Interesse wecken kann.
Fehlende Empathie ist das entscheidende Warnsignal
Zur Belastung wird narzisstisches Verhalten, wenn die Führungskraft Sorgen und Bedürfnisse des Teams kaum wahrnimmt. Kritisch ist auch, wenn Beschäftigte vor allem als Mittel für den eigenen Erfolg genutzt werden.
Für den Arbeitsalltag sind nach Gauglitz vor allem diese Signale wichtig:
- Die Führungskraft zeigt wenig Empathie für Sorgen im Team.
- Fehler werden wiederholt anderen zugeschoben.
- Mitarbeitende dienen vor allem dem eigenen Erfolg der Chefin oder des Chefs.
- Grenzen des Teams werden nicht respektiert.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, Grenzen klar zu machen und Unterstützung einzubeziehen, etwa durch den Betriebsrat. Die praktische Einordnung lautet: Charisma kann helfen, fehlende Verantwortung und fehlende Empathie sollten Beschäftigte aber nicht als normalen Führungsstil hinnehmen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |