Nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Kontaktperson im Südwesten in Quarantäne

Rettungswagen erreichen den Flughafen Eindhoven. | Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Stuttgart. Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff soll eine deutsche Kontaktperson in Baden-Württemberg vorsorglich in häusliche Quarantäne gehen. Nach Angaben des Sozial- und Gesundheitsministeriums zeigt die Person bislang keine Krankheitssymptome.

Die betroffene Person befand sich an Bord des Expeditionsschiffs „Hondius“. Insgesamt vier deutsche Passagiere kehren derzeit nach Deutschland zurück. Eine Gruppe aus 26 Passagieren und Crewmitgliedern startete am Sonntag, 10. Mai, am Nachmittag von der Kanareninsel Teneriffa. Das Flugzeug soll am Abend im niederländischen Eindhoven landen.

Von dort wird die Kontaktperson zunächst nach Frankfurt am Main gebracht. Experten sollen sie dort erneut medizinisch untersuchen. Der Weitertransport nach Baden-Württemberg ist für Montag, 11. Mai, geplant. Angaben zur Identität machte das Ministerium aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Gesundheitsamt überwacht Quarantäne eng

Die häusliche Quarantäne wurde vom zuständigen Gesundheitsamt im Regierungsbezirk Stuttgart angeordnet. Während dieser Zeit wird der Gesundheitszustand täglich überprüft.

  • Tägliches Symptommonitoring durch Fachpersonal
  • Sofortige medizinische Maßnahmen bei Krankheitszeichen
  • Enge Begleitung durch das zuständige Gesundheitsamt

Nach Einschätzung des Ministeriums besteht für die Bevölkerung derzeit kein Anlass zu besonderen Schutzmaßnahmen.

Rücktransport unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Für den Transport von Eindhoven nach Frankfurt sind Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert worden. Die vier deutschen Passagiere sollen am Militärflughafen abgeholt werden. Anschließend erfolgt ein sogenannter Sonderisoliertransport nach Frankfurt und weiter in die jeweiligen Bundesländer.

Vor der Ausschiffung auf Teneriffa untersuchten Ärzte alle Menschen an Bord epidemiologisch. Unter den rund 140 bis 150 Passagieren und Crewmitgliedern wurden dabei keine Symptome festgestellt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bislang sechs Hantavirus-Infektionen bestätigt und zwei weitere Fälle werden untersucht. Drei der Betroffenen starben. Darunter ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass sich das niederländische Paar vor der Einschiffung in Argentinien infiziert hatte. Von dort könnte sich das Virus an Bord weiter verbreitet haben. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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