Multivitaminsäfte im Test: Nur einer schneidet gut ab
- Viele Multivitaminsäfte erhielten schlechte Bewertungen von der Verbraucherzeitschrift «Öko-Test»
- Foto: Stephanie Walter - erstellt mit KI
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Ernährung. Auf den Etiketten von Multivitaminsäften locken exotische Früchte wie Maracuja, Orange oder Ananas. Tatsächlich besteht der Inhalt jedoch überwiegend aus Apfelsaft – bei manchen Mischungen macht er bis zu 80 Prozent aus.
Die Verbraucherzeitschrift «Öko-Test» hat in ihrer Ausgabe 1/2026 insgesamt 18 solcher Produkte unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Viele der gelborangenen Getränke erhielten schlechte Bewertungen – vor allem aus zwei zentralen Gründen.
1. Überdosierte Vitaminzusätze
Damit ein Multivitaminsaft eine breite Palette an Vitaminen liefert, setzen Hersteller diese künstlich zu – von Vitamin C über Vitamin E bis hin zu Folsäure. Manche Produkte enthalten bis zu elf verschiedene Zusätze. Die Tests zeigen, dass in vielen Fällen die Dosierungen deutlich über den Empfehlungen liegen.
Ein Zuviel an Vitaminen bringt keinen Nutzen. Bei wasserlöslichen Vitaminen wird der Überschuss meist einfach ausgeschieden. Bei anderen kann eine übermäßige Aufnahme sogar gesundheitsschädlich sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat daher Höchstmengen festgelegt, die auch für die Bewertung in «Öko-Test» maßgeblich waren. Ergebnis: Jeder getestete Saft überschreitet bei mindestens einem Vitamin diese Grenze, die meisten sogar bei drei oder vier.
Ein Produkt fällt zusätzlich negativ auf, weil es Vitamin A enthält – ein Nährstoff, der laut BfR (außer in Margarine) nicht angereichert werden sollte. Hohe Mengen können gesundheitliche Folgen haben, insbesondere für Schwangere: In den ersten Monaten steigt dadurch das Risiko für Fehlbildungen beim Kind.
2. Pestizidrückstände
In 15 von 18 Säften stießen die Prüfer auf ein Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittels Captan. Obwohl dieses Nebenprodukt nicht als krebserregend gilt, wird abgewertet – denn Captan selbst gilt als vermutlich krebserregend und stellt ein Risiko für Menschen dar, die es in den Ursprungsländern anwenden.
Darüber hinaus fanden sich weitere Pestizidrückstände: Bei zwei Produkten wurden gleich vier verschiedene Substanzen nachgewiesen. Zwar liegen die gemessenen Werte laut «Öko-Test» unterhalb einer akuten Gefahrenstufe, doch über mögliche Wechselwirkungen zwischen den Stoffen ist wenig bekannt – auch das führte zu Punktabzug.
3. Nur ein Produkt überzeugt
Die Hälfte der getesteten Multivitaminsäfte erhielt die Noten «mangelhaft» oder «ungenügend». Lob gibt es lediglich für einen Saft: Der «K-Classic Multivitaminsaft» von Kaufland (Marke Glockengold) wurde als einziges Produkt mit «gut» bewertet. [dpa]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |
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