Monatelange Bahnsperrung am Rhein: Worauf sich Pendler und Reisende jetzt einstellen müssen
- Nix fährt mehr: Die Rheingaustrecke ist für mehrere Monate gesperrt. (Symbolbild)
- Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Rhein-Main. Fünf Monate lang müssen sich tausende Pendler und Ausflügler auf längere Fahrzeiten einstellen: Die Deutsche Bahn hat die rechte Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf komplett gesperrt. Ersatzbusse, Umleitungen und geänderte Fahrpläne bestimmen nun den Bahnverkehr entlang des Rheins.
Bahnreisende und Pendler im Rhein-Main-Gebiet sowie entlang des rechten Rheins müssen sich seit Freitag, 10. Juli auf monatelange Einschränkungen einstellen. Zwischen Wiesbaden und Troisdorf wird die rechte Rheinstrecke grundlegend saniert. Die Strecke ist dafür bis Mitte Dezember gesperrt.
Was auf der Strecke gebaut wird
Nach Angaben der Deutschen Bahn beginnt auf dem rund 160 Kilometer langen Abschnitt eine fünfmonatige Bauphase. Erneuert oder modernisiert werden unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge und Bahnhöfe. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben rund 1,6 Milliarden Euro. Ziel ist eine bessere Zuverlässigkeit und mehr Pünktlichkeit.
Wie Reisende jetzt ans Ziel kommen
Für den Ausfall der Züge gibt es laut Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen auf 13 Linien. Die Busse fahren in Bahnhofsnähe und teils auch an weiteren gut erreichbaren Haltestellen. Expresslinien verbinden Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf. Im Schülerverkehr sind zusätzliche Fahrten vorgesehen.
Die Verbindungen sind über bahn.de, den DB Navigator sowie die Apps von RMV, SPNV-Nord und Go.Rheinland abrufbar. Zusätzlich hat die Bahn die Seite bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein eingerichtet. Die Ersatzbusse sind nach Bahnangaben barrierefrei und mit WLAN ausgestattet. Teilweise gibt es auch Toiletten an Bord.
Auch links des Rheins gibt es Einschränkungen
Während der Bauarbeiten werden Güterzüge im Wesentlichen auf die linksrheinische Strecke umgeleitet. Deshalb kommt es auch dort zu Einschränkungen im Nahverkehr. Nach Angaben der Bahn bleibt aber ein stabiles Grundangebot bestehen.
Während der Sperrung werden rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und 10 Brücken erneuert oder instand gesetzt. Hinzu kommen Arbeiten an 36 Bahnhöfen.
Zusätzliche Probleme im Rhein-Main-Nahverkehr
Unabhängig davon kommt es im Rhein-Main-Gebiet bis Freitag, 25. September abschnittsweise zu Totalsperrungen und Umleitungen zwischen Mainz, Wiesbaden und Frankfurt-Flughafen. Betroffen sind S-Bahn, Regionalverkehr und Fernverkehr. Die Einschränkungen liegen überwiegend in den Nachtstunden, teils gibt es aber auch Folgen für den Tagesbetrieb.
Im S-Bahn-Netz betrifft das die Linien S8, S9 und S1. Im Regionalverkehr gibt es Umleitungen und Ausfälle auf den Linien RB10, RB75, RE2, RE3 und RE4.
Was die Bahn Pendlern empfiehlt
Die Deutsche Bahn rät dazu, Verbindungen kurz vor der Fahrt noch einmal digital zu prüfen. Als Auskunftswege nennt sie bahn.de, den DB Navigator und die Apps der Verkehrsverbünde. Verwiesen wird zudem auf Ersatzverbindungen etwa zwischen Kelsterbach, Mainz, Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen.
Diese Bahnübergänge bleiben geschlossen
Zwischen Wiesbaden und Lorchhausen im Rheingau bleiben mehrere Bahnübergänge während der Totalsperrung ganz oder zeitweise geschlossen. Grund ist nach Bahnangaben, dass die Stellwerke außer Betrieb sind. Trotz der Sperrung werden die Gleise weiter von Baufahrzeugen und Logistikzügen genutzt. Umleitungen sind vor Ort ausgeschildert.
- Wiesbaden-Biebrich, Gibber Straße am Bahnhof: geschlossen von 24. Juli bis 19. November
- Wiesbaden-Schierstein, Freudenbergstraße am Bahnhof
- Eltville, Wirtschaftsweg Höhe Wallufer Straße 16
- Eltville, Kiedricher Straße
- Erbach, Sudetenstraße Boden
- Oestrich, Römerstraße
- Oestrich, Grenzstraße
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Marktstraße: geschlossen außer von 30. Juli bis 31. Juli
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Villa Sturm
- Assmannshausen, Dreikönigstraße
- Assmannshausen, Neugasse
- Lorchhausen, Rheinallee Lorcher Straße
Hubschrauber-Einsätze angekündigt
An mehreren Streckenabschnitten sollen tagsüber Hubschrauber neue Signale anliefern und alte abtransportieren. Die Bahn rechnet dabei auch mit starken Luftbewegungen. Anwohner sollen deshalb leichte Gegenstände in Gärten, auf Terrassen und Balkonen sichern.
Geplante Flugtage sind laut Bahn:
- Samstag, 11. Juli und Sonntag, 12. Juli: zwischen Troisdorf und Bad Honnef
- Montag, 10. August bis Donnerstag, 13. August: Niederlahnstein
- Montag, 24. August bis Donnerstag, 27. August: Rüdesheim und Eltville
- Montag, 7. September bis Freitag, 11. September: Loreley und Kamp-Bornhofen
- Montag, 21. September bis Mittwoch, 23. September: Oberlahnstein
Für Reisende im Rhein-Main-Gebiet und entlang des Rheins gilt damit für Monate: Verbindungen vor jeder Fahrt prüfen und mehr Zeit einplanen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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