Milben am Auge erkennen: Diese Behandlung hilft am Lidrand
- Demodex-Milben können Symptome eines trockenen Auges oder einer Lidrandentzündung auslösen.
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Milben am Auge. Ein Befall lässt sich meist gut behandeln, wenn typische Zeichen wie juckende, gerötete Augen und kragenartige Schuppen an den Wimpern erkannt werden.
Demodex-Milben gehören zur natürlichen Hautflora und leben in Haarfollikeln sowie Talgdrüsen. Problematisch wird es, wenn sie sich an Wimpernwurzeln, Talgdrüsen und Liddrüsen zu stark vermehren.
Dann können die winzigen Spinnentierchen Entzündungen am Auge auslösen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) weist darauf hin, dass ein Befall in der Augenarztpraxis nicht immer richtig erkannt wird.
Milbenbefall wird häufig mit trockenem Auge verwechselt
Studien zeigen laut DOG, dass Demodex-Milben am Auge oft mit trockenem Auge, allergischen Reizungen oder der Hauterkrankung Rosazea verwechselt werden. Die Folge: Die eigentliche Ursache wird nicht behandelt, die Beschwerden bleiben bestehen.
Typische Hinweise auf einen Befall sind mehrere Beschwerden am Lidrand und an den Augen. Dazu zählen:
- brennende, juckende oder gerötete Augen
- ein Fremdkörpergefühl im Auge
- verklebte Lidränder
- Sehschwankungen
- zylindrische Schuppen am Wimpernansatz, «die die Wimpern wie ein kleiner Kragen umschließen», wie Augenärztin und DOG-Expertin Christina Jacobi beschreibt
Zur Absicherung der Diagnose können Augenärztinnen und Augenärzte einzelne Wimpern entnehmen und unter dem Mikroskop auf Milben untersuchen.
Teebaumöl-Präparate werden täglich am Lidrand angewendet
Ein Milbenbefall am Auge lässt sich nach Angaben der DOG gut behandeln. Mittel der Wahl sind Präparate mit Teebaumöl, die täglich angewendet werden.
Solche Mittel gibt es ohne Rezept in der Apotheke, etwa als Schaum oder Gel. Sie werden auf ein Tuch oder Wattestäbchen gegeben und vorsichtig am Lidrand oder am Wimpernansatz entlanggeführt. «Dabei die schuppigen Ablagerungen entfernen und den Wirkstoff nicht abspülen», erklärt Augenärztin Jacobi.
Reines, unverdünntes Teebaumöl ist für die Anwendung am Auge nicht geeignet. Es kann starke Reizungen auslösen.
Nach der Behandlung mit einem Teebaumöl-Präparat kann der Lidrand laut DOG sanft mit einem Wattetupfer oder sauberen Fingern massiert werden. Das tägliche Vorgehen ist über vier bis sechs Wochen vorgesehen, «um den Lebenszyklus der Milben lückenlos abzudecken», so Jacobi.
Werden Beschwerden am Lidrand richtig eingeordnet, ist die Behandlung meist klar und der Unterschied zu trockenem Auge oder allergischer Reizung kann im Alltag entscheidend sein. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |