MG4 Urban: Günstiges E‑Auto für Familien gibt es ab 18.990 Euro
- MG4 Urban: MG stand mal für Autos aus England. Unter dem Namen rollen jetzt chinesische Importwagen nach Europa.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
MG4 Urban. Ein kompaktes Elektroauto mit über 400 Kilometern Reichweite und viel Platz für die Familie kostet aktuell deutlich unter 20.000 Euro. Möglich macht das ein Einführungsrabatt von 6.000 Euro, mit dem der MG4 Urban preislich in Regionen rutscht, die bisher eher Kleinwagen vorbehalten waren.
Der chinesisch-britische Hersteller MG positioniert das Modell bewusst als günstige Alternative zu etablierten Marken. Während Volkswagen den elektrischen Kleinwagen ID.Polo für rund 24.995 Euro ankündigt, startet der größere MG4 Urban mit Rabatt rechnerisch bei 18.990 Euro.
Damit rückt ein Elektroauto in der Kompaktklasse in eine Preisregion vor, die bisher nur selten erreichbar war.
Unauffälliges Design und solide Serienausstattung
Der MG4 Urban wächst gegenüber dem bisherigen MG4 um rund zwölf Zentimeter und misst nun etwa 4,40 Meter. Das Steilheck bleibt optisch zurückhaltend gestaltet. Sparmaßnahmen sind im Innenraum kaum sichtbar.
Im direkten Blick- und Griffbereich wirken Materialien überraschend hochwertig. Erst in weniger sichtbaren Bereichen fällt die Qualität einfacher aus. Die Serienausstattung ist umfangreich.
Dazu gehören unter anderem:
- Rückfahrkamera
- Navigationssystem
- Vehicle-to-Load-Funktion zum Betreiben externer Geräte
- umfangreiche Assistenzsysteme
Bedienung kombiniert Tasten und Touchscreen
Bei der Bedienung setzt MG nicht ausschließlich auf Touchscreens. Neben digitalen Instrumenten und einem zentralen Bildschirm gibt es weiterhin physische Tasten am Lenkrad und auf der Mittelkonsole.
Dieses Konzept erleichtert die Nutzung für unterschiedliche Fahrergruppen. Funktionen lassen sich sowohl über Menüs als auch über klassische Bedienelemente steuern.
Viel Platz für Passagiere und Gepäck
Mit einem Radstand von 2,75 Metern bietet der MG4 Urban auch im Fond ausreichend Platz für zwei Erwachsene auf längeren Strecken. Der Kofferraum fasst 470 Liter. Unter dem Ladeboden kommen weitere 98 Liter hinzu.
Hinzu kommen zahlreiche Ablagen im Innenraum. Ein vorderer Kofferraum unter der Motorhaube fehlt allerdings. Gerade dort wäre ein praktischer Platz für Ladekabel möglich gewesen.
Zwei Motorvarianten und bis zu 416 Kilometer Reichweite
Der MG4 Urban basiert auf einer neuen Plattform. Perspektivisch soll sie auch mit Feststoffbatterien ausgestattet werden. Diese Technologie gilt als möglicher nächster Entwicklungsschritt bei Elektroautos.
Zum Marktstart stehen jedoch zwei klassische Batterievarianten zur Auswahl:
- Elektromotor mit 110 Kilowatt Leistung und 43 Kilowattstunden Batterie
- Elektromotor mit 118 Kilowatt Leistung und 54 Kilowattstunden Batterie
Im Normzyklus ergibt sich daraus eine Reichweite von bis zu 416 Kilometern.
Ein klarer Schwachpunkt bleibt die Ladeleistung. Am Schnelllader erreicht das Modell maximal 82 bis 87 Kilowatt. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert etwa eine halbe Stunde. In dieser Fahrzeugklasse gehört das zu den langsameren Werten.
Komfortables Fahrverhalten statt sportlicher Leistung
Der MG4 Urban ist nicht auf hohe Beschleunigung ausgelegt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert etwa 9,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.
Im Alltag zeigt sich das Fahrverhalten dafür komfortabel und gutmütig. Unebene Straßen werden ruhig gefiltert. Auch auf längeren Autobahnfahrten bleibt das Fahrzeug angenehm abgestimmt.
Viele Assistenzsysteme lassen sich zudem gesammelt deaktivieren. Das reduziert störende Eingriffe während der Fahrt.
Ein günstiges Gesamtpaket mit einem klaren Kompromiss
Der MG4 Urban gehört weder zu den leistungsstärksten noch zu den technisch innovativsten Elektroautos. Dennoch entsteht durch den niedrigen Preis ein ungewöhnlich attraktives Gesamtpaket aus Platzangebot, Ausstattung und Reichweite.
Der größte Kompromiss bleibt die vergleichsweise langsame Schnellladeleistung. Im Alltag bietet das Modell dennoch viel Auto für vergleichsweise wenig Geld. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |