Mehr Zinsen aufs Tagesgeld: Vergleich zeigt große Unterschiede
- Nach der jüngsten Zinserhöhung der EZB haben lediglich 12 von 800 untersuchten Banken und Sparkassen ihre Tagesgeldzinsen merklich angehoben.
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Tagesgeld-Zinsen. Wer Tagesgeld vergleicht, kann derzeit mehr als 200 Euro im Jahr zusätzlich herausholen. Eine Auswertung des Vergleichsportals Biallo zeigt, dass nur wenige Banken die jüngste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank spürbar an Sparer weitergegeben haben.
Nachdem die EZB ihren Einlagenzins Mitte Juni um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben hatte, erhöhten laut Biallo in den folgenden zwei Wochen nur 12 von insgesamt 800 untersuchten Anbietern ihre Tagesgeldzinsen um mindestens 0,20 Prozentpunkte. Unter diesen Anbietern war keine Sparkasse und keine Volks- oder Raiffeisenbank.
Überregionale Banken liegen beim Tagesgeld klar vorn
Für eine Anlagesumme von 10.000 Euro nennt die Auswertung derzeit bei der Ascory Bank den höchsten Standardzins mit 2,50 Prozent pro Jahr. Dahinter folgen Bigbank und Revolut mit 2,25 Prozent sowie Cosmos Direkt mit 2,20 Prozent.
Im Durchschnitt kommen überregionale Banken nach der Zinserhöhung auf 1,36 Prozent pro Jahr. Genossenschaftsbanken liegen bei 0,49 Prozent. Sparkassen erreichen im Schnitt 0,44 Prozent.
Der Unterschied wirkt sich im Alltag deutlich aus. Wer 10.000 Euro ein Jahr lang zu 0,44 Prozent anlegt, erhält 44 Euro Zinsen. Bei 2,50 Prozent sind es 250 Euro. Das sind 206 Euro mehr im Jahr.
Niedrige Zinsen lassen Guthaben real an Wert verlieren
Hinzu kommt die Inflation. Lag sie im Juni bei 2,3 Prozent, verliert Geld auf einem Tagesgeldkonto mit niedrigerem Zinssatz real an Kaufkraft. Das bedeutet, dass sich vom gleichen Guthaben später weniger kaufen lässt.
Die Biallo-Auswertung legt damit nahe, dass ein regelmäßiger Zinsvergleich vor allem bei Tagesgeld spürbare Unterschiede bringen kann. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |