Mehr Spenden in Baden-Württemberg: Kirchen testen digitale Kollekte
- In manchen Kirchen sind digitale Klingelbeutel im Einsatz. (Symbolbild)
- Foto: Lars Penning/dpa
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Baden-Württemberg. Wer im Gottesdienst digital spendet, gibt nach Erfahrungen evangelischer Kirchen oft mehr Geld als beim klassischen Klingelbeutel.
Nach Angaben der Evangelischen Landeskirche in Württemberg fallen die einzelnen Beträge bei bargeldlosen Spenden im Durchschnitt höher aus. Auch die badische Landeskirche berichtet von ähnlichen Erfahrungen mit sogenannten Spendensäulen in Kirchen.
Dort nutzten zwar nur etwa fünf bis zehn Prozent der Gottesdienstbesucher die digitalen Terminals. Diese Gruppe steuerte jedoch rund 20 Prozent der gesamten Kollekten bei. Laut Kirche sind die einzelnen Spendenbeträge an den Säulen deutlich höher als bei Bargeld.
In Mannheim läuft dazu ein Pilotprojekt. Wer eine Spendenquittung benötigt, kann sie direkt am Terminal anfordern.
Technik bringt Aufwand für Gemeinden
Die digitalen Spendensäulen verursachen allerdings mehr Aufwand als ein klassischer Opferstock aus Holz. Gemeinden müssen sich um Wartung, Softwareupdates und eine stabile Internetverbindung kümmern.
Nach Einschätzung der Landeskirche eignen sich solche Systeme deshalb vor allem für:
- größere Gemeinden mit gut besuchten Gottesdiensten
- offene Kirchen mit vielen Besuchern
- Kirchen an touristischen Standorten
Auch in Württemberg wurden Spendensäulen testweise in größeren und touristisch stark besuchten Kirchen eingesetzt. Die Anschaffung gilt jedoch als vergleichsweise teuer. Eine mögliche Alternative sind Gemeinde-Apps, über die ebenfalls gespendet werden kann.
QR-Codes inzwischen weit verbreitet
Deutlich häufiger nutzen Gemeinden inzwischen QR-Codes. Sie werden etwa auf Liedblättern, Plakaten oder während des Gottesdienstes eingeblendet. Wer den Code mit dem Smartphone scannt, gelangt direkt zu einem Online-Spendenformular der jeweiligen Gemeinde.
Dort sind verschiedene Zahlungsarten möglich, etwa Lastschrift, Kartenzahlung oder Handyzahlung. Besonders bei großen Gottesdiensten an Weihnachten, Ostern oder bei Taufen und Hochzeiten gilt diese Lösung als praktisch, weil fast jeder Besucher ein Smartphone dabei hat.
In der württembergischen Landeskirche haben inzwischen knapp 400 Gemeinden und kirchliche Einrichtungen entsprechende Online-Spendenformulare eingerichtet. In Baden nutzen rund 100 Gemeinden digitale Projekte für Spenden etwa für Seelsorge, Jugendarbeit, Kirchenmusik oder Gebäude.
Andere Religionsgemeinschaften zögern noch
In der katholischen Kirche gibt es bisher kein flächendeckendes Konzept für digitale Kollekten. Die Erzdiözese Freiburg erklärte, entsprechende Möglichkeiten würden zwar geprüft, seien aber noch nicht breit umgesetzt.
Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs sammelt für einzelne Projekte ebenfalls digital Spenden. Eine klassische Kollekte per Smartphone ist dort jedoch an vielen Feiertagen nicht möglich. Am Schabbat und an den meisten religiösen Feiertagen sind elektronische Geräte und Geldzahlungen untersagt.
Nach Einschätzung der Kirchen werden digitale Bezahlwege dennoch auch im kirchlichen Leben weiter an Bedeutung gewinnen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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