Mehr Leselust bei Kindern: Diese Methoden helfen
- Um den Lesemuffel auf den Geschmack zu bringen, helfen ein paar kleine Tricks.
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Kinder zum Lesen motivieren. Einige einfache Methoden können helfen, Lesemuffel Schritt für Schritt an Bücher heranzuführen. Entscheidend ist weniger Druck als Neugier. Wer Geschichten spielerisch entdeckt, entwickelt eher Lust am Lesen.
Der Satz «Lies doch mal ein Buch!» sorgt bei vielen Kindern eher für Widerstand. Begeisterung entsteht selten durch Aufforderungen. Ähnlich wie beim Essen führt ständiges Drängen oft zum Gegenteil.
Hilfreicher ist es, Themen zu wählen, die wirklich interessieren. Ist der passende Stoff gefunden, können kleine Strategien dabei helfen, die Leselust zu wecken und aufrechtzuerhalten. Die Bundesverbände für Leseförderung (BvL) und Nachhilfeschulen (VNN) nennen mehrere Ansätze, die Eltern im Alltag ausprobieren können.
Bilder erleichtern den Einstieg ins Buch
"Wählen Sie Bücher mit Bildern", rät Manuela Hantschel, Vorsitzende des BvL. Bilder senken die Einstiegshürde, weil Kinder zunächst nur schauen können.
Nach dem Durchblättern kann gemeinsam überlegt werden, was in der Geschichte passieren könnte. Hantschel empfiehlt, das Kind anhand der Bilder erraten zu lassen, worum es im Kapitel geht. "So wecken Sie die Neugierde."
Über Figuren und Handlung sprechen
Auch ein Perspektivwechsel kann helfen. "Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Figuren oder das Setting. Was gefällt? Was ist komisch oder fremd?", regt die Leseförderung-Expertin an.
Auf diese Weise lässt sich gemeinsam überlegen, welche Aufgaben die Protagonisten bewältigen müssen. Ob die Vermutungen stimmen, zeigt sich erst beim Weiterlesen.
Beim Vorlesen an der spannendsten Stelle stoppen
Gerade am Anfang kann Vorlesen ein guter Einstieg sein. Danach kann der sogenannte Stopp-Trick funktionieren.
"Hören Sie an einer spannenden Stelle auf, zu lesen. Manche Kinder sind so gespannt auf den Fortgang der Geschichte, dass sie selbst weiterlesen", erklärt Hantschel.
Abwechselnd lesen kann motivieren
Manche Kinder lesen lieber, wenn sie nicht allein sind. Dabei kann das sogenannte Tandemlesen helfen.
Hantschel empfiehlt: "Lesen Sie im Tandem mit Ihrem Kind: Abwechselnd lesen Sie und Ihr Kind jeweils eine Seite." Dadurch bleibt die Geschichte im Fluss und die Lesebelastung verteilt sich.
Feste Vorlesezeiten schaffen Routine
Auch Rituale können die Lesefreude stärken. Eine feste Vorlesezeit am Tag oder am Abend hilft, Bücher selbstverständlich in den Alltag einzubauen.
Wichtig ist laut Leseförderern, dass diese Zeit ohne Druck abläuft und freiwillig bleibt. Lesen funktioniert langfristig besser, wenn es mit positiven Momenten verbunden ist. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |