Mehr Infektionen in Rheinland-Pfalz: Mückenrisiko wächst
- Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien. (Symbolbild)
- Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
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Rheinland-Pfalz. Das Risiko für Infektionen nach Mücken- und Zeckenstichen nimmt in Rheinland-Pfalz nach Einschätzung des Landesuntersuchungsamts zu. Gründe sind laut Behörde die Folgen des Klimawandels und die zunehmende Mobilität der Menschen.
Das Landesuntersuchungsamt verweist in seiner Bilanz zur Infektionsprävention 2025 auf den ersten in Rheinland-Pfalz erworbenen Fall einer Infektion mit dem West-Nil-Virus. Betroffen war ein 58 Jahre alter Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis, der sich angesteckt hatte, ohne das Bundesland zuvor verlassen zu haben. Übertragen wird das Virus von heimischen Culex-Mücken.
Die meisten Infektionen verlaufen laut Behörde ohne Beschwerden. In seltenen Fällen kann es jedoch zu schweren Entzündungen von Gehirn oder Hirnhaut kommen. „Die Erkennung und Behandlung mückenübertragener Viruserkrankungen könnten hierzulande bald zur hausärztlichen Routine gehören“, sagte der Leiter der LUA-Abteilung Humanmedizin, Philipp Zanger.
Tigermücke breitet sich weiter aus
Mit Sorge blickt das Landesuntersuchungsamt auch auf die Asiatische Tigermücke. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art kann Krankheiten wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Fieber übertragen. Nach Angaben der Behörde kommt sie inzwischen unter anderem im Landkreis Germersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis sowie in Ludwigshafen, Speyer und Mainz vor.
In Rheinland-Pfalz waren in den vergangenen zehn Jahren alle registrierten 270 Dengue-Fälle auf Infektionen im Ausland zurückzuführen. In Nachbarländern wie Frankreich und Italien gab es 2025 nach LUA-Angaben jedoch bereits mehr als 30 lokal übertragene Dengue-Infektionen.
Wie sich das Risiko senken lässt
Das Landesuntersuchungsamt rät dazu, Brutstätten der Tigermücke konsequent zu beseitigen. Schon kleine Wasseransammlungen reichen den Insekten zur Vermehrung.
- Blumenuntersetzer regelmäßig leeren
- Regentonnen und offene Behälter kontrollieren
- Gießkannen nicht mit stehendem Wasser stehen lassen
- Langärmlige Kleidung tragen
- Insektenschutzmittel verwenden
Die Behörde geht davon aus, dass sich mückenübertragene Krankheiten auch in Deutschland stärker bemerkbar machen. Für Rheinland-Pfalz gewinnt der Schutz vor Stichen damit weiter an Bedeutung. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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