Lebensmittel länger nutzen: Was das MHD wirklich bedeutet
- MHD ist überschritten? Dennoch kann der Joghurt noch in Ordnung sein.
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Mindesthaltbarkeitsdatum verstehen. Lebensmittel sind nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oft noch essbar, wenn Geruch, Aussehen und Geschmack unauffällig sind. Für den Alltag hilft vor allem die Unterscheidung zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum, weil sich damit unnötige Lebensmittelabfälle und gesundheitliche Risiken besser einordnen lassen.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, ist kein Verfallsdatum. Hersteller garantieren damit nur, dass ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung bis zu diesem Zeitpunkt seine typischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält. Bei kühlpflichtigen Produkten gilt das nur, wenn die Kühlung durchgehend eingehalten wurde.
Wie lange sind Lebensmittel nach dem MHD noch haltbar?
Nach Ablauf des MHD kann daher oft weiterhin mit den eigenen Sinnen geprüft werden, ob ein Produkt noch genießbar ist. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt dazu: "Nach Ablauf kann man mit den eigenen Sinnen sehen, riechen, schmecken und damit prüfen, ob ein Lebensmittel noch essbar ist. Ist Schimmel zu erkennen, riecht es unangenehm, schmeckt es ungewöhnlich säuerlich, oder prickelt auf der Zunge? Dann lieber Finger weg!"
Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verfallsdatum?
Anders ist die Lage bei Lebensmitteln mit dem Hinweis "zu verbrauchen bis". Dieses Verbrauchsdatum gilt für schnell verderbliche Produkte wie frischen Fisch, frisches Fleisch, vorgeschnittene Salate oder gestückeltes Obst. Nach Ablauf kann eine Gesundheitsgefahr durch Keime entstehen. Solche Waren gehören dann weder auf den Teller noch weiter in den Verkauf.
Bezeichnungen wie Ablaufdatum oder Verfallsdatum sind dagegen keine offiziellen Begriffe, sondern umgangssprachliche Formulierungen. Für die Einordnung im Alltag zählt deshalb vor allem, ob auf der Packung ein MHD oder ein Verbrauchsdatum steht.
Nach dem Öffnen zählt das Datum nicht mehr
Die Mindesthaltbarkeit bezieht sich immer nur auf ungeöffnete Lebensmittel. Ist ein Produkt bereits geöffnet, verliert das MHD seine Aussagekraft. Die Ernährungswissenschaftlerin June Dilger von der Verbraucherzentrale sagt dazu: "Ist ein Joghurt zum Beispiel laut MHD noch zwei Wochen haltbar, aber bereits seit einigen Tagen geöffnet, greift diese Angabe nicht mehr".
Nach dem Öffnen können Luft, Feuchtigkeit und Keime den Verderb beschleunigen. Das gilt besonders dann, wenn im Kühlschrank bereits verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel liegen. Im Alltag kommt es deshalb stärker auf saubere Handhabung und passende Lagerung an.
- Marmelade, Butter oder Joghurt halten oft länger, wenn sie nur mit sauberem Besteck entnommen werden.
- Lebensmittel am Stück bleiben meist länger frisch als geschnittene oder geriebene Ware, etwa Brot oder Käse.
- Lagerhinweise wie «kühl lagern», «zügig verbrauchen» oder konkrete Temperaturangaben bleiben auch nach dem Öffnen entscheidend.
Welche Lebensmittel haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum?
Von der Kennzeichnung ausgenommen sind unter anderem frisches Obst, Gemüse oder Brot vom Bäcker. Solche Produkte werden meist schnell verbraucht und ihr Zustand lässt sich in der Regel leicht erkennen.
Auch beim Verkauf gibt es einen wichtigen Unterschied. Produkte mit abgelaufenem MHD dürfen weiterhin angeboten werden, wenn darauf hingewiesen wird. Dann liegt die Sorgfaltspflicht beim Händler. Lebensmittel kurz vor Ablauf des MHD werden deshalb oft günstiger verkauft. Das kann helfen, Geld zu sparen und weniger wegzuwerfen.
Im Kern gilt damit eine einfache Alltagsregel: Das MHD ist eine Qualitätsangabe, das Verbrauchsdatum eine Sicherheitsgrenze.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |