Königin Silvia warnt in Berlin: Gewalt gegen Kinder bleibt oft verborgen

Königin Silvia von Schweden besucht Berlin. | Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Berlin. Besserer Schutz vor Gewalt gegen Kinder bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Bei einer Fachtagung in Berlin hat Schwedens Königin Silvia dazu aufgerufen, Kinderschutz konsequenter umzusetzen und Betroffenen wirksam zu helfen.

Die 82-Jährige sprach am Montag, 11. Mai, bei einer Veranstaltung ihrer World Childhood Foundation. „Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden. Oft im Verborgenen. Oft zu lange“, sagte sie in einer Ansprache auf Deutsch. Diese Begegnungen hätten ihr Leben geprägt.

Nach ihren Worten ist Kinderschutz kein Randthema. Er sei ein Prüfstein für den Zustand einer Gesellschaft und ihrer rechtsstaatlichen Strukturen.

Viele Fälle bleiben unentdeckt

Nach Einschätzung von Astrid Helling Bakki, Vorständin der Stiftung in Deutschland, bleibt ein Großteil der Fälle verborgen. Schätzungen zufolge werden neun von zehn Gewalterfahrungen von Kindern nicht entdeckt.

Zu den häufigsten Formen zählen

  • körperliche Übergriffe
  • sexualisierte Gewalt
  • emotionaler Missbrauch

Bei der Tagung ging es unter anderem darum, wie Fachkräfte und Ehrenamtliche schneller reagieren können. Ein Beispiel ist der Alltag in Sportvereinen oder Schulen. Trainerinnen, Trainer und Lehrkräfte müssten wissen, wie sie handeln sollen, wenn ihnen Auffälligkeiten bei Kindern begegnen.

Organisation für Kinderschutz gegründet

Silvia wurde in Heidelberg geboren und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit im brasilianischen São Paulo. Ihr Abitur machte sie in Düsseldorf. Seit der Hochzeit mit König Carl Gustaf im Jahr 1976 ist sie Königin von Schweden. 1999 gründete sie die World Childhood Foundation, die sich weltweit für den Schutz von Kindern einsetzt.

Bei der Berliner Gesprächsrunde ging es auch um die Frage, wie Maßnahmen langfristig finanziert werden können. Entscheidungen dürften nicht nur nach einem Haushaltsjahr oder einer Legislaturperiode beurteilt werden. Es brauche ein stabiles Fundament für nachhaltigen Kinderschutz.

„Wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern wirksames verantwortungsvolles Handeln“, sagte Silvia.

Auch Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, warnte vor der Verharmlosung sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Kinder müssten selbst in ihren Familien sicher sein. Zudem müsse das Thema ressortübergreifend behandelt werden.

Ein wachsendes Risiko sehen Fachleute auch im digitalen Raum. Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, betonte, digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sei inzwischen eine alltägliche Realität. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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