Knetsand im Kinderzimmer: Was Eltern über Asbest wissen sollten

Asbestverdacht bei Knetsand: Öko-Test hat 18 Produkte untersucht und in einem Asbestfasern nachgewiesen. (zu dpa: «Asbest in Knetsand: «Öko-Test» gibt nur teilweise Entwarnung») | Foto: dpa
  • Asbestverdacht bei Knetsand: Öko-Test hat 18 Produkte untersucht und in einem Asbestfasern nachgewiesen. (zu dpa: «Asbest in Knetsand: «Öko-Test» gibt nur teilweise Entwarnung»)
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Knetsand im Kinderzimmer. Viele Eltern fragen sich nach Berichten über Asbest in buntem Spiel- oder Knetsand, ob ein Risiko für Kinder besteht. Labortests zeigen: Die meisten Produkte sind unauffällig. Einzelne belastete Artikel sind jedoch im Umlauf gewesen, weshalb ein genauer Blick auf Rückrufe sinnvoll bleibt.

Berichte über Asbestfunde in buntem Spiel- oder Knetsand haben in den vergangenen Wochen für Verunsicherung gesorgt. Gemeint ist dabei nicht der Sand in der Sandkiste draußen. Im Fokus stehen Produkte für das Spielen im Kinderzimmer, etwa Knetsand, der auch als kinetischer Sand oder «Magic Sand» verkauft wird.

Asbest kommt natürlicherweise in Gestein vor. Beim Abbau kann es passieren, dass Fasern unbemerkt in das Material gelangen, aus dem später Sandprodukte entstehen. Zunächst wurden entsprechende Funde im Ausland gemeldet, unter anderem in Belgien und den Niederlanden. In der Folge kam es zu Warnungen und Rückrufen, vor allem bei Produkten aus China.

Laboruntersuchung findet Asbest nur in einem Produkt

Die Zeitschrift «Öko-Test» ließ 18 Knetsand-Produkte aus dem Einzelhandel und aus Onlineshops im Labor untersuchen. Ergebnis der aktuellen Ausgabe: 17 Produkte waren frei von Asbest.

In einem Fall wurden jedoch Fasern nachgewiesen. Der gemessene Anteil lag bei 0,1 Massenprozent. «Öko-Test» ordnet diesen Wert so ein, dass Bauabfälle mit einer solchen Belastung bereits als Gefahrstoff gelten.

Der Hersteller teilte der Zeitschrift auf Anfrage mit, der Verkauf des betroffenen Produkts sei gestoppt worden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Tests war der Sand allerdings noch in einigen Onlineshops erhältlich.

Verbraucherschützer raten zum Blick auf Rückruflisten

Nach Einschätzung der Tester könnten viele belastete Produkte durch frühere Rückrufe bereits aus dem Handel verschwunden sein. Dennoch rät «Öko-Test»-Redakteurin Marieke Mariani, weiterhin auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Über die Internetseite produktwarnung.eu lassen sich Rückrufe zu Spielsand prüfen. Auch die Stiftung Warentest veröffentlicht online Listen mit Produkten, in denen Asbest gefunden wurde.

Die Stiftung Warentest untersuchte ebenfalls 18 Sandprodukte. Neben Knetsand waren auch Dekosand, Sand für Klebebilder sowie mit Sand gefüllte Spielfiguren Teil der Auswahl. Asbest wurde dreimal in Dekosand, zweimal in Sand für Klebebilder und einmal in Knetsand nachgewiesen.

So gehen Haushalte mit vorhandenem Knetsand um

Viele Familien haben bereits Knetsand zu Hause. Liegen keine Untersuchungsergebnisse vor, die Entwarnung geben, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dazu, den Sand vorsorglich nicht weiter zu verwenden.

Kam der Sand bereits zum Einsatz, empfehlen die Verbraucherschützer folgendes Vorgehen:

  • FFP2-Maske, Putzhandschuhe und eine Schutzbrille tragen.
  • Den Sand mit Wasser befeuchten, zum Beispiel mit einer Blumenspritze und etwas Spülmittel. So kann er nicht mehr stauben.
  • Den Sand mit einem nassen Lappen aufnehmen.
  • Sand und verwendete Utensilien wie Lappen oder Maske in einen geschlossenen Behälter oder eine reißfeste Plastiktüte geben. Wichtig ist, die Luft vor dem Verschließen nicht herauszudrücken.
  • Ergebnisse zu möglichen Rückrufen oder Untersuchungen abwarten. Wird eine Belastung bestätigt, sollte der Sand als asbesthaltiger Abfall entsorgt werden. In diesem Fall empfiehlt sich Kontakt zum örtlichen Entsorger.

Nach Angaben von Verbraucherschützern besteht kein Anlass zur Panik. Ein Gesundheitsrisiko entsteht vor allem dann, wenn Asbest über längere Zeit oder in hohen Konzentrationen eingeatmet wird. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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