Kita-Start nach den Ferien: 10 Dinge, die Eltern völlig unterschätzen
- Eine gute Routine ist viel wertvoller als Perfektion: Das und viele weitere Dinge hätten wir gerne, wie viele Eltern auch, vor dem Kindergartenstart gewusst.
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Viele Familien freuen sich monatelang auf den Start ins Kita-Jahr nach den Sommerferien. Doch zwischen Tränen, Infekten und Abend-Eskalationen merken viele Eltern schnell, wie herausfordernd die ersten Wochen nach dem Kita-Start wirklich sind.
Im Nachhinein hätten wir einige Dinge gern früher gewusst:
1. Es fließen Tränen: Aber nicht immer die vom Kind, sondern häufig auch die von den Eltern. Manche Kinder weinen gar nicht, andere täglich. Alles völlig normal. Wichtig ist, dass sich die meisten Kinder nach dem Abschied schnell beruhigen und ins Spiel finden.
💡 Lesetipp: Jeden Morgen Tränen beim Kindergarten? Was wirklich helfen kann
2. Jede Eingewöhnung ist anders: Manche dauern länger als gedacht, andere sind sehr schnell erledigt. Das hängt ganz individuell vom Kind und dem Eingewöhnungsmodell des Kindergartens ab. Das sollte man vorab im Gespräch abklären.
💡 Tipp: Da die Kinder anfangs häufig krank werden, sollte man genügend Puffer bis zum Arbeitsbeginn einplanen.
3. Viele Kinder wirken nach dem Kindergarten völlig verändert – das steckt dahinter: Eltern kennen es: Ab 17 Uhr eskaliert plötzlich jede Kleinigkeit. Aber warum? Die Kinder müssen sich im Kindergartentag an viele Regeln halten, nur so funktioniert das Miteinander in der Gruppe. Außerdem erleben sie täglich viel, lernen soziale Auseinandersetzungen kennen und lernen Neues. Für viele Kinder fühlt sich ein Kita-Tag ähnlich anstrengend an wie für Erwachsene ein Arbeitstag.
💡 Tipp: Eine ruhige Beschäftigung mit den Händen, wie Kneten oder Malen, beruhigt das Nervensystem nach dem Kindergarten. Nebenbei erzählen die Kinder häufig auch gern von ihrem Tag.
4. In den ersten Kita-Monaten ist dauernd jemand krank: Im Kindergarten trifft das Immunsystem der Kinder auf eine Vielzahl von Erregern. Schnupfen, Fieber, Hand-Mund-Fuß, Bindehautentzündung oder Magen-Darm – dass Kindergartenkinder krank werden, bleibt nicht aus. Kinderärzte berichten besonders nach dem Kindergartenstart von vielen Infekten bei Kindern. Meistens geht der Infekt einmal durch die Familie und trifft auch die Eltern.
Die gute Nachricht: Es wird tatsächlich besser nach einiger Zeit, versprochen!
💡 Tipp: Auskurieren ist wichtig. Eine ausgewogene Ernährung und frische Luft helfen ebenfalls.
5. Die Brotdose kommt drei Tage hintereinander unangetastet zurück: Der Start in den Kindergarten ist spannend, alles ist neu und manchmal haben die Kinder einfach keine Zeit zum Essen, weil sie lieber spielen möchten. Oder sie brauchen Zeit zum Ankommen, um entspannt essen zu können.
💡 Tipp: Den Druck rausnehmen, Lieblingsessen einpacken und wenn möglich Zuhause ein kleines Frühstück anbieten. Dann ist der Magen vor dem Kindergarten nicht leer.
6. Kinder erzählen alles Wichtige gern zwei Minuten vor dem Einschlafen: Wer sich nach dem Kindergarten auf einen ausführlichen Tagesbericht freut, ist enttäuscht, wenn Kinder lediglich mit "Weiß nicht" oder "Gut" antworten. Häufig erzählen sie die richtig langen und ausführlichen Geschichten erst kurz vor der Schlafenszeit.
💡 Tipp: Ein paar Minuten mehr für die Bettgeh-Routine einplanen. So bleibt man mit den Kindern im Kontakt und hat Zeit, den Tag gemeinsam Revue passieren zu lassen.
7. Ein Morgen muss nicht perfekt sein, sondern routiniert: Ein entspannter Morgen vor dem Kindergarten und der Arbeit gelingt oft leichter mit einer guten Routine. Früh genug aufstehen für eine Dusche und einen warmen Kaffee, Klamotten vorher rauslegen und abends bereits den Frühstückstisch decken reduzieren Stress. Wenn Eltern in Ruhe den Tag beginnen, überträgt sich das häufig auf die Kinder, auch wenn das ehrlicherweise nicht immer gelingt.
💡 Tipp: Rituale fördern einen entspannten Tagesbeginn (beim Zähneputzen und Anziehen Gute-Laune-Musik hören und dabei ins Bad tanzen oder jeden Morgen ganz in Ruhe fünf Minuten im Bett kuscheln und eine Geschichte vorlesen)
8. Rückschritte gehören dazu: Das Kindergartenkind ist plötzlich wieder sehr anhänglich, träumt schlecht oder nässt häufiger ein? Erstmal kein Grund zur Besorgnis, Entwicklung verläuft selten in einer Linie.
💡 Wichtig: Wenn ein Kind über längere Zeit extrem belastet wirkt oder körperliche Beschwerden vermehrt auftreten, sollten Eltern hellhörig werden und das Gespräch mit dem Fachpersonal suchen. Es gibt viele individuelle Lösungen.
9. Kinder orientieren sich stark an anderen Kindern: Hier können verschiedene Werte und Umgangsweisen für Schwierigkeiten sorgen, wenn das eigene Kind plötzlich neue Wörter, Verhaltensweisen oder Vorlieben mit nach Hause bringt.
💡 Tipp: Ruhe bewahren und an den Regeln der Familie festhalten. Das gibt Kindern Orientierung. Bei schwierigen Fällen (Beleidigungen oder Gewalt) das Gespräch mit dem Kindergarten suchen.
10. Kinder wachsen unglaublich schnell: Nicht nur die Füße können über Nacht plötzlich eine Schuhgröße überspringen, sondern auch die emotionale und motorische Entwicklung überrascht uns Tag für Tag.
💡 Tipp: Es muss nichts perfekt sein. Lieber die gemeinsame Zeit genießen als unter Hochdruck zu versuchen, allem gerecht zu werden.
Zwischen Wäschebergen, Brotdosenchaos und einem neuen Alltag passiert oft etwas Schönes: Kinder werden Schritt für Schritt selbstständiger und wachsen an ihrer neuen Welt.
Autor:Verena Leininger aus Ludwigshafen |