Kindersitze nach Unfall ersetzt: Wann Versicherer voll zahlen

Nach Unfall vielleicht kaputt? Dann muss die Versicherung auch den neuen Kindersitz zahlen.  | Foto: dpa
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Kindersitze nach Unfall ersetzt. Nach einem Unfall können für Kinder im Auto neue Sitze auf Kosten der gegnerischen Versicherung nötig sein, auch wenn Schäden von außen nicht sichtbar sind. Das gilt nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Köln jedenfalls dann, wenn der Crash kein Bagatellschaden war.

Darauf weist der ADAC mit Blick auf ein Urteil aus Köln hin. In dem Fall war ein Fahrer unverschuldet mit dem Fahrzeug eines Verwandten in einen Unfall geraten. Der Halter verlangte für drei Kindersitze den vollen Neupreis von der zuständigen Versicherung.

Unsichtbare Schäden können den Austausch nötig machen

Der Versicherer wollte nicht zahlen. Nach seiner Auffassung seien die Sitze bei der Art des Unfalls gar nicht beschädigt worden. Außerdem komme allenfalls ein Ersatz zum Zeitwert in Betracht.

Das Amtsgericht Köln sah das anders. Demnach sei anerkannt, dass die weitere Verwendung eines Kindersitzes nach einem Unfall nicht zumutbar sei. Der Schutz von Kindern betreffe einen besonders sensiblen Bereich. Dazu komme, dass sicherheitsrelevante Schäden am Material oft äußerlich nicht zu erkennen seien.

Neu für alt gilt bei Kindersitzen nicht immer

Nach Einschätzung des Gerichts müssen Kindersitze nach Unfällen ausgetauscht werden, wenn der Schaden über eine reine Bagatellgrenze hinausgeht. Schon die Möglichkeit unsichtbarer Haarrisse kann dafür reichen. Im verhandelten Fall handelte es sich um einen Heckaufprall mit mehr als 8.000 Euro Schaden.

Deshalb griff auch der sonst übliche Neu-für-Alt-Abzug nicht. Gebrauchte Kindersitze galten hier nicht als gleichwertiger Ersatz. Die Versicherung musste die angegebenen Neupreise für alle drei Sitze vollständig erstatten. Für den Alltag bedeutet das vor allem bei stärkeren Unfällen, dass der Anspruch auf neue Kindersitze im Einzelfall bestehen kann. dpa/red

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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