Kind im heißen Auto: So handeln Passanten richtig
- Pralle Sonne und der Innenraum wird zum Backofen: Parkende Autos in der Sonne können sich «innerhalb kürzester Zeit» stark aufheizen – besonders gefährlich für Kleinkinder und Tiere. (zu dpa: «Kind im heißen Auto entdeckt? So sollte man nun handeln»)
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Kind im heißen Auto. Schon bei Außentemperaturen unter 30 Grad kann sich der Innenraum eines geparkten Autos innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich aufheizen. Messungen des ADAC zeigen, dass besonders Kinder oder Tiere dadurch schnell in eine medizinische Notlage geraten können. Wer ein Kind in einem abgestellten Auto entdeckt, kann mit einigen Schritten richtig reagieren.
In einer Versuchsreihe stellte der ADAC ein Fahrzeug in die pralle Sonne und maß die Temperaturen im Innenraum. Obwohl die Außentemperatur dauerhaft unter 30 Grad lag, wurde es im Wagen schnell extrem heiß.
Bereits nach rund 30 Minuten stieg die Temperatur im Innenraum auf mehr als 50 Grad. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichte das Thermometer sogar 59,1 Grad. Durch die Sonneneinstrahlung über die Scheiben entsteht laut ADAC ein Treibhauseffekt, der den Innenraum innerhalb kurzer Zeit stark aufheizt.
Schon wenige Minuten können kritisch werden
Für Kleinkinder oder Tiere kann diese Hitze schnell gefährlich werden. Selbst wenn ein Auto nur kurz abgestellt wird, sollte niemand im Fahrzeug zurückbleiben. Ein leicht geöffnetes Fenster hilft kaum. Nach Angaben des ADAC hat ein kleiner Spalt in der Scheibe nur einen sehr geringen Einfluss auf die Temperatur im Innenraum.
Entdecken Passanten ein Kind, eine hilflose Person oder ein Tier in einem abgestellten Auto, raten ADAC und die Prüforganisation GTÜ zunächst zur schnellen Einschätzung der Situation. Ein Klopfen an die Scheibe kann zeigen, ob die Person im Fahrzeug reagiert.
Ist das Kind bei Bewusstsein, kann versucht werden, die Eltern oder andere Aufsichtspersonen in der Umgebung zu finden. Bleibt unklar, wer verantwortlich ist, oder zeigen sich bereits Anzeichen von Überhitzung, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Hinweise können starkes Schwitzen, Teilnahmslosigkeit oder Apathie sein. Bei Hunden fällt oft starkes Hecheln auf.
Scheibe einschlagen nur bei akuter Gefahr
Besteht eine akute Gefahr für Leib und Leben, kann es gerechtfertigt sein, eine Autoscheibe einzuschlagen, um das Kind oder Tier zu befreien. Dabei sollte ein geeigneter Gegenstand verwendet werden und darauf geachtet werden, dass sich niemand verletzt. Wenn möglich, empfiehlt sich zuvor oder parallel die Rücksprache mit der Leitstelle des Notrufs.
Die Situation sollte möglichst mit Fotos, Videos oder durch Zeugen dokumentiert werden. Nach Einschätzung der GTÜ kann eine solche Sachbeschädigung in einer echten Notstandslage gerechtfertigt sein. Im Zweifel muss jedoch nachgewiesen werden können, dass tatsächlich eine unmittelbare Gefahr bestand.
Rechtlich wird eine Notstandslage bei einem Kind im Fahrzeug meist schneller angenommen als bei einem Tier. Entscheidend bleibt aber immer die konkrete Situation und das erkennbare Risiko durch die Hitze. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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