Kfz-Versicherung senken: So sparen ältere Autofahrer
- Kfz-Police: Die Stiftung Warentest hat 36 Autoversicherungstarife mit Blick auf die Alterszuschläge analysiert.
- Foto: Benjamin Nolte/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Kfz-Versicherung senken. Für ältere Autofahrer kann ein Tarifvergleich mehrere Hundert Euro im Jahr sparen, weil viele Versicherer ab etwa 60 oder 65 Jahren Alterszuschläge berechnen. Eine Auswertung der Stiftung Warentest zeigt, dass die Beiträge im hohen Alter oft deutlich steigen, die Unterschiede zwischen den Anbietern aber groß sind.
In einer Modellrechnung für den Westen Berlins zahlte ein 90-jähriger Kunde für Kfz-Haftpflicht im Schnitt 657 Euro pro Jahr. Mit 55 Jahren waren es 237 Euro. Das entspricht einem Plus von 177 Prozent. Bei Haftpflicht und Vollkasko zusammen stieg der Durchschnittsbeitrag von 777 Euro auf 1.971 Euro. Das sind 154 Prozent mehr.
Ab wann solche Zuschläge greifen, unterscheidet sich je nach Versicherer. Manche verlangen sie schon vor dem 60. Lebensjahr, andere erst ab 65 Jahren. Ab 82 Jahren begrenzen viele Anbieter den Zuschlag. Bei einigen steigt er auch danach noch, berichtet die Verbraucherschutzorganisation in ihrer Zeitschrift «Stiftung Warentest Finanzen».
Große Preisunterschiede machen Vergleiche besonders wichtig
Für die Analyse wertete Stiftung Warentest 36 Autoversicherungstarife aus, die in einem allgemeinen Test bereits als günstig und empfehlenswert eingestuft worden waren. Gerade bei hohen Alterszuschlägen zeigte sich ein großes Sparpotenzial.
So lagen die drei günstigsten Vollkasko-Stadttarife für den 90-jährigen Modellkunden zwischen 1.344 Euro und 1.603 Euro im Jahr. Der Durchschnitt aller Anbieter lag bei 1.971 Euro. Allein der Vergleich konnte damit mehrere Hundert Euro Unterschied ausmachen.
Wichtig bleibt dabei die Reihenfolge beim Wechsel. Wer zusätzlich zur Haftpflicht eine Kaskoabsicherung möchte, sollte den alten Vertrag erst kündigen, wenn der neue abgeschlossen ist. Anders als bei der Haftpflicht besteht bei der Kasko kein Aufnahmezwang. Der neue Versicherer kann den Schutz also ablehnen.
Auch ohne Wechsel lässt sich der Beitrag oft spürbar drücken
Nicht nur ein neuer Anbieter kann die Kosten senken. Auch veränderte Nutzungsdaten und Vertragsbausteine können den Beitrag mindern.
- Sinkt die jährliche Fahrleistung etwa nach dem Renteneintritt, kann eine Meldung an den Versicherer Geld sparen. Wer 10.000 statt 15.000 Kilometer pro Jahr fährt, spart laut Stiftung Warentest im Schnitt rund zehn Prozent.
- Eine Werkstattbindung kann den Beitrag um bis zu 20 Prozent reduzieren.
- Viele unfallfreie Jahre und eine bessere Schadenfreiheitsklasse können Alterszuschläge teilweise ausgleichen.
- Bei älteren Autos kann der Verzicht auf den Kaskoschutz laut Bericht mehr als 1.000 Euro pro Jahr sparen.
- Bei Paaren mit größerem Altersunterschied kann es günstiger sein, Haftpflicht und Vollkasko über den jüngeren Partner laufen zu lassen. In der Modellanalyse waren bis zu 215 Euro Ersparnis im Jahr möglich.
Alterszuschläge sind rechtlich zulässig
Rechtlich sind solche Zuschläge grundsätzlich erlaubt, wenn eine Altersgruppe versicherungsmathematisch ein höheres Risiko aufweist. Deshalb zahlen Fahranfänger oft sogar noch mehr als ältere Menschen, weil ihnen häufig noch Rabatte für unfallfreie Jahre fehlen.
Für ältere Autofahrer heißt das vor allem, Beiträge regelmäßig zu prüfen und Vertragsdaten aktuell zu halten, weil sich so hohe Zuschläge zumindest teilweise abfedern lassen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |