Kassenärzte schlagen Alarm: Millionen Patienten könnten schwerer Termine bekommen

Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild) | Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild)
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Berlin. Für gesetzlich Versicherte könnten Arzttermine künftig knapper werden. Grund ist ein geplantes Sparpaket im Gesundheitswesen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung könnten bundesweit rund 46 Millionen Behandlungsfälle in Praxen nicht mehr finanziert sein.

Auch in Rheinland-Pfalz zeigen Modellrechnungen deutliche Folgen für den Praxisalltag. Hausärzte und Allgemeinmediziner behandelten bisher im Schnitt 1.064 Patientinnen und Patienten pro Quartal. Mit den geplanten Einsparungen wären rechnerisch nur noch etwa 963 Fälle möglich. Bei Kinderärzten würde die maximale Zahl versorgter Patienten von 1.165 auf rund 1.091 pro Quartal sinken.

Sparpaket soll Beiträge stabil halten

Das Bundeskabinett brachte Ende April ein umfangreiches Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Ziel ist es, den anhaltenden Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu bremsen.

Nach den Plänen sollen die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das liegt etwas über dem erwarteten Defizit von rund 15,3 Milliarden Euro.

Geplante Änderungen im Überblick

  • Begrenzte Vergütungsanstiege für Arztpraxen und Kliniken
  • Wegfall mehrerer Zusatzvergütungen für Praxen
  • Höhere Zuzahlungen bei Medikamenten
  • Höhere Beiträge für Gutverdiener
  • Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern

Die Kassenärztlichen Vereinigungen warnen, dass geringere Einnahmen für Praxen die Zahl möglicher Behandlungen begrenzen könnten. Patienten könnten dadurch länger auf Termine warten müssen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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