Kalk entfernen im Haushalt: Dieses Mittel passt zum Gerät
- Regelmäßiges Entkalken lohnt sich: Ohne Kalkschicht braucht der Wasserkocher weniger Energie, um Wasser zu erhitzen.
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Kalk entfernen. Das passende Entkalkungsmittel spart Energie, schont Geräte und verhindert neue Ablagerungen. Vor allem bei Wasserkochern und Kaffeemaschinen kommt es darauf an, Säuren richtig zu dosieren und nur gezielt einzusetzen.
Kalk bildet in Haushaltsgeräten eine isolierende Schicht. Laut René Rettig vom Berufsverband Hauswirtschaft braucht Wasser im Wasserkocher dann länger zum Erhitzen, wodurch der Energieverbrauch steigen kann. Regelmäßiges Entkalken kann deshalb die Lebensdauer verlängern und unnötige Reparaturen oder Neuanschaffungen vermeiden.
Wichtig sind dabei Dosierung und Materialverträglichkeit. Eine Überdosierung kann die Umwelt belasten, ungeeignete Mittel können Oberflächen, Dichtungen oder Leitungen angreifen. "Nachhaltig ist aus meiner Sicht, so wenig Mittel wie möglich, so gezielt wie nötig, keine unnötigen Duftstoffe, keine wilden Mischungen und immer gründlich nachspülen", so Rettig.
Zitronensäure eignet sich nicht für jedes Vorgehen
Kalk besteht überwiegend aus mineralischen Ablagerungen wie Calcium- und Magnesiumverbindungen. Zum Lösen eignen sich vor allem saure Mittel.
- Zitronensäure
- geeignete Spezialentkalker
- Essig oder verdünnte Essigessenz
Essig und Essigessenz riechen deutlich stärker, können die Atemwege reizen und bei häufiger oder falscher Anwendung empfindliche Oberflächen angreifen. Die Verbraucherzentrale NRW rät außerdem davon ab, Säuren über Nacht in Geräten einwirken zu lassen, weil auch die Einwirkdauer Materialschäden begünstigen kann.
Für Wasserkocher gilt Zitronensäure grundsätzlich als geeignet. Sie sollte laut Rettig aber nicht stark erhitzt oder aufgekocht werden. Sonst kann sich aus Kalk und Zitronensäure schwer lösliches Calciumcitrat bilden, das neue Ablagerungen verursacht. Sinnvoll ist es daher, Zitronensäure in kaltem bis lauwarmem Wasser zu lösen, einwirken zu lassen und danach gründlich auszuspülen. Anschließend kann klares Wasser ein- bis zweimal aufgekocht und weggeschüttet werden.
Bei Kaffeemaschinen zählt vor allem die Herstellerangabe
Auch Kaffeemaschinen profitieren von regelmäßiger Entkalkung, weil Kalk Durchlauf, Temperatur, Geschmack und Leistung beeinträchtigen kann. Für einfache Filterkaffeemaschinen kann ein geeigneter Kaffeemaschinenentkalker sinnvoll sein.
Bei Kaffeevollautomaten ist mehr Vorsicht nötig. Dort sind unterschiedliche Materialien wie Dichtungen, Schläuche, Metalle und Kunststoffe verbaut, die auf ungeeignete Reiniger verschieden reagieren können. Deshalb gilt hier die Herstellerangabe als maßgeblich.
Hausmittel wie Natron und Backpulver sind nach Einschätzung von Rettig keine klassischen Entkalker und werden häufig überschätzt. Auch Gebissreiniger seien für Haushaltsgeräte nicht vorgesehen. Gerade bei Geräten, in denen Wasser für Getränke oder Lebensmittel erhitzt wird, kommt es auf Mittel an, deren Rückstände, Schaumbildung und Materialverträglichkeit für diesen Einsatz geeignet sind.
Praktisch entscheidend ist damit weniger das stärkste Mittel als das passende Mittel für das jeweilige Gerät. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |