Ist ein Braunbär zurück? Kotfund wird jetzt im Labor untersucht
- Im Allgäu könnte wieder ein Braunbär unterwegs sein. (Symbolbild)
- Foto: Lino Mirgeler/dpa
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Allgäu. Für Wanderer, Anwohner und Landwirte im südlichen Oberallgäu gibt es vorerst keine neuen Hinweise auf einen Braunbären. Nach einem möglichen Kotfund im Grenzraum zu Österreich lässt das Bayerische Landesamt für Umwelt die Spur nun in einem Speziallabor untersuchen.
Die Behörde hatte mitgeteilt, dass das Exkrement „möglicherweise auf einen Bären schließen“ lasse. Nach dem Fund suchten Mitarbeiter die Umgebung nach weiteren Spuren ab. Nach Angaben eines Sprechers wurden dabei bislang keine weiteren eindeutigen Hinweise entdeckt.
Labor soll Herkunft der Spur klären
Untersucht werden soll der Fund im Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik im hessischen Gelnhausen. Ein kurzfristiges Ergebnis erwartet das Landesamt nicht. Sobald ein Befund vorliegt, soll er veröffentlicht werden.
Zuletzt war im Frühjahr 2023 ein Braunbär in der Region nachgewiesen worden. Sollte sich der aktuelle Hinweis bestätigen, wollen die Behörden auch die Herkunft des Tieres klären. Nach Angaben des Landesamts gibt es derzeit weder ein Foto noch eine genetische Analyse. Deshalb kann die Spur noch keinem bekannten Bären aus den angrenzenden österreichischen Bundesländern zugeordnet werden.
Bären wandern immer wieder nach Bayern ein
Auch in Tirol unweit der bayerischen Grenze werden immer wieder Bären gesichtet. Als wahrscheinlich gilt, dass die Tiere ursprünglich aus Norditalien stammen. Dort läuft seit Jahren ein Wiederansiedlungsprojekt. Vor allem junge Bärenmännchen können auf ihren Wanderungen große Distanzen zurücklegen.
Im Trentino leben nach früheren Angaben mindestens rund 100 Bären. Dort kam es seit etwa 2014 auch zu Angriffen auf Menschen. Im Frühjahr 2023 wurde ein Jogger bei einer Attacke getötet.
Behörde empfiehlt Vorsicht in der Natur
Das Landesamt rät Landwirten in der Region, Tiere nachts in den Stall zu bringen und den Herdenschutz zu verstärken. Für Ausflügler und Wanderer gelten diese Hinweise
- Abstand halten, falls ein Braunbär auftaucht
- Nicht wegrennen
- Ruhig sprechen und langsame Armbewegungen machen
- Kontrolliert zurückziehen
- Dem Tier eine Ausweichmöglichkeit lassen
- Keine Essensreste oder Müll in der Natur zurücklassen
Der gelegentliche Zuzug von Braunbären beschäftigt Bayern seit vielen Jahren. Bundesweit bekannt wurde 2006 der Braunbär „Bruno“, der nach seiner Einwanderung nach Deutschland getötet wurde. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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