Hühnerrassen-Kreuzung im Ökolandbau: Was die Forschung zeigt

Kreuzungen aus alten Hühnerrassen und modernen Linien können laut Forschung Leistung und Tierwohlindikatoren verbinden. Entscheidend bleiben passende Haltung und Fütterung. (Symbolbild) | Foto: WITTAYA/stock.adobe.com
  • Kreuzungen aus alten Hühnerrassen und modernen Linien können laut Forschung Leistung und Tierwohlindikatoren verbinden. Entscheidend bleiben passende Haltung und Fütterung. (Symbolbild)
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Hühnerrassen Kreuzung Ökolandbau. Die Kreuzung alter, einheimischer Hühnerrassen mit modernen Linien kann sich für Betriebe lohnen, weil sie Leistung und Tierwohlindikatoren verbessern kann und gleichzeitig robuste Eigenschaften alter Rassen nutzbar macht.

Wer Eier oder Hähnchen aus regionaler oder ökologischer Haltung kauft oder selbst Hühner hält, merkt im Alltag vor allem eines: Es geht nicht nur um „viel Leistung“, sondern auch um Gesundheit, Verhalten und Fütterung, die in der Praxis funktionieren. Genau hier setzt ein Forschungsprojekt an, das für die Einordnung im Alltag hilfreich ist.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) berichtet über Ergebnisse aus dem Projekt „ÖkoGen“, in dem Forschende der Universität Bonn und der Hochschule Osnabrück zusammen mit weiteren Partnern über drei Jahre gezielte Kreuzungen untersucht haben, um Empfehlungen für Zucht und Mast im Ökolandbau ableiten zu können.

Was bei den Kreuzungen besser lief und wo Grenzen liegen

Untersucht wurden Kreuzungen alter, einheimischer Rassen wie Ramelsloher und Bielefelder Kennhuhn mit leistungsstarken Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht. Danach wurden die Tiere unter anderem auf Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten und Anpassungsfähigkeit geprüft.

Wichtige Punkte aus den Ergebnissen in der Praxis-Sprache:

  • Legeleistung: Kreuzungen mit leistungsstarken Elterntieren lagen bei der Legeleistung vorn, ohne dass sich der Kalziumhaushalt negativ veränderte.
  • Brustbeinfrakturen: Es zeigte sich ein leicht erhöhtes Risiko für Brustbeinfrakturen. Die Forschenden ordnen das aber nicht als „nur Genetik“ ein, weil auch Haltungsbedingungen, Legebeginn und Fütterung eine Rolle spielen können.
  • Tierwohl und Verhalten: In Tierwohlindikatoren und Verhaltenstests lagen alle Reinzuchten und Kreuzungen auf einem hohen Niveau. Kreuzungstiere schnitten dabei insgesamt besser ab.
  • Futter in der Praxis: Unter Versuchs- und Praxisbedingungen konnten die Kreuzungen regionale, energiereduzierte Futtermittel gut verwerten. Entscheidend war, die Fütterung passend zu Genetik und Haltungsform auszurichten.
  • Parasiten-Toleranz: Es gab Hinweise auf Unterschiede in der Toleranz gegenüber Parasitenbefall zwischen den Genotypen.
  • Immunsystem: Bei der Reaktion auf eine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit punkteten in der Immunkompetenz vor allem die alten, einheimischen Rassen.

Warum das auch für Kaufentscheidungen relevant sein kann

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das nicht, dass „Kreuzung“ automatisch besser ist. Die Ergebnisse zeigen aber, warum Betriebe sich für solche Linien interessieren können: Leistung lässt sich mit Eigenschaften wie Robustheit, guter Immunantwort oder besserem Verhalten kombinieren.

Im Alltag kann das vor allem dort ankommen, wo regionale und ökologische Erzeugung eine größere Rolle spielt. Denn die Studie deutet an, dass energiereduzierte, regionale Futtermittel bei passenden Kreuzungen gut funktionieren können, wenn Fütterung und Haltung zur Genetik passen.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet den Abschlussbericht zum Projekt „ÖkoGen“ in der Datenbank der BLE unter service.ble.de.

Unterm Strich liefern die Ergebnisse eine sachliche Grundlage dafür, dass Kreuzungen aus alten Rassen und modernen Linien in der Geflügelhaltung Chancen bieten, aber immer zusammen mit Haltung und Fütterung bewertet werden sollten. red

Autor:

Thorsten Kornmann aus Karlsruhe

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