Hortensien bienenfreundlich: Diese Sorten helfen Bienen wirklich

Hortensien werden zu unrecht als bienenunfreundlich bezeichnet. | Foto: eqroy/stock.adobe.com
  • Hortensien werden zu unrecht als bienenunfreundlich bezeichnet.
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Hortensien bienenfreundlich. Hortensien gelten oft als prachtvoll, aber nutzlos für Bienen. Ganz so einfach ist es nicht: Entscheidend ist, welche Blütenform eine Hortensie hat und ob ihre fruchtbaren Blüten für Insekten überhaupt erreichbar sind.

Das Vorurteil  Hortensien seien für Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge wertlos hält sich hartnäckig. Tatsächlich stimmt das nur für bestimmte Arten und Sorten. Einige Hortensien tragen gut zugängliche fertile, also fruchtbare Blüten mit Nektar und Pollen. Wer auf die richtige Auswahl achtet, kann mit Hortensien also nicht nur einen dekorativen, sondern auch einen deutlich insektenfreundlicheren Garten gestalten.

Warum gehen Bienen nicht an Hortensien?

Der wichtigste Grund liegt in der Blütenstruktur. Viele Hortensien zeigen große, auffällige Scheinblüten, die zwar schön aussehen, aber weder Pollen noch Nektar liefern. Laut Hortensie.de sind die eigentlichen, fruchtbaren Blüten viel kleiner und sitzen darunter oder zwischen den Schmuckblüten. Sind diese fertilen Blüten schwer erreichbar, lohnt sich der Besuch für Bienen schlicht nicht.

Besonders bei dichten Ballblüten ist das Problem groß. Dort stehen die Scheinblüten oft so eng, dass Bienen und andere Insekten an die nährstoffreichen Blüten im Inneren kaum herankommen. Teilweise fehlen die fertilen Blüten bei manchen Sorten sogar ganz. Das erklärt, warum viele Hortensien zwar besucht aussehen, in der Praxis aber kaum Nahrung bieten.

Welche Hortensie ist bienenfreundlich?

Bienenfreundlich sind vor allem Hortensien, deren fruchtbare Blüten offen und leicht zugänglich sind. Dazu zählen insbesondere Tellerhortensien, Kletterhortensien, Berghortensien und Samthortensien. Bei diesen Formen sitzen die unfruchtbaren Scheinblüten meist nur außen als lockerer Kranz, während die fertilen Blüten in der Mitte frei zugänglich bleiben.

Auch Rispenhortensien können bienenfreundlich sein – allerdings nicht automatisch. Entscheidend ist, dass ihre Blüten locker aufgebaut sind und die kleinen fruchtbaren Blüten erreichbar bleiben. Genau dort finden Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge Nektar und Pollen. Das macht diese Hortensien zur besseren Wahl, wenn Schönheit und Insektennutzen zusammenkommen sollen.

Als bienenfreundlich gelten vor allem:

  • Tellerhortensien
  • Kletterhortensien
  • Berghortensien
  • Samthortensien beziehungsweise Raublatthortensien
  • locker aufgebaute Rispenhortensien

Woran sich bienenfreundliche Hortensien erkennen lassen:

  • offene Blütenmitte
  • sichtbare kleine fertile Blüten
  • lockerer Aufbau statt dichter Blütenkugel
  • ungefüllte Blütenform

Welche Hortensie ist nicht bienenfreundlich?

Nicht bienenfreundlich sind vor allem Bauernhortensien mit Ballblüten sowie Waldhortensien mit dichten Ballblüten, wie Hortensien.eu mitteilt. Bei ihnen verdecken die großen Scheinblüten die fruchtbaren Blüten so stark, dass Insekten praktisch keinen Zugang haben. Was üppig und spektakulär aussieht, ist für Bienen daher oft eine Sackgasse.

Auch bei manchen Rispenhortensien gilt: Je dichter die Blütenrispen, desto schlechter für Insekten. Wenn der Weg zum Nektar zu aufwendig wird, fliegen Bienen lieber andere Pflanzen an. Zusätzlich sind gefüllte Blüten generell problematisch, weil sie den Zugang weiter blockieren.

Wenig oder nicht bienenfreundlich sind meist:

  • Bauernhortensien mit Ballblüten
  • Waldhortensien mit dichten Ballblüten
  • sehr dicht blühende Rispenhortensien
  • gefüllte Sorten
  • Sorten ohne oder mit kaum fertilen Blüten

Sind Hortensien ökologisch wertvoll?

Hortensien sind ökologisch nicht pauschal wertlos. Zwar gibt es viele Pflanzen, die deutlich mehr Nektar und Pollen liefern, doch das bedeutet nicht, dass Hortensien generell keinen Nutzen haben. Insektenfreundliche Arten und Sorten bieten durchaus Nahrung für Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Das pauschale Urteil, Hortensien seien für die Tierwelt bedeutungslos, lässt sich deshalb nicht halten.

Der ökologische Wert einer Pflanze lässt sich nicht allein am Nektarangebot festmachen. Gehölze filtern auch Feinstaub, kühlen die Umgebung und haben einen ästhetischen sowie klimatischen Nutzen. Fachleute warnen deshalb davor, bestimmte Gehölze pauschal als „wertlos“ abzuwerten. Gerade im Gartenkontext zählt oft das Zusammenspiel vieler Pflanzen  und darin können auch passende Hortensien ihren Platz haben.

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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