Honigernte in Baden-Württemberg: Diese Sorten könnten teurer werden
- Honigbienen sind wegen Hitze und Dürre in einer Art Notbetrieb. (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Baden-Württemberg könnten einzelne Honigsorten nach dem Hitzesommer teurer werden. Besonders Spezialitäten wie Tannenhonig könnten betroffen sein, weil Hitze und Trockenheit das Angebot verknappt haben, teilte Kristin Krewenka vom Landesverband Badischer Imker in Zell am Harmersbach mit. Beim Blütenhonig dürfte die gute Frühjahrsernte dagegen eher preisdämpfend wirken.
Eine verlässliche Bilanz zu Mengen und Preisen sei erst nach Saisonende möglich. Der Landesverband Württembergischer Imker in Reichenbach an der Fils rechnet laut Präsident Helmut Horn eher mit stabilen Preisen. Zwar habe es auch in Württemberg keine Waldhonigernte im großen Stil gegeben. Die Lager seien aber noch aus dem Vorjahr gefüllt.
Warum Hitze die Honigernte bremst
Bienen mussten in diesem Sommer viel Energie dafür aufbringen, ihre Stöcke zu kühlen. Diese Arbeitskraft fehlte bei der Suche nach Nektar. Raps, Obst und Linde blühten wegen des Wetters deutlich früher. Die Frühtracht-Ernte fiel nach Angaben der badischen Imker zufriedenstellend aus.
Danach wurde es vielerorts schwieriger. Viele Sommertrachten fehlten, weil Pflanzen Trockenheit und Hitze schlecht vertragen. Auch Honigtau-Honige von Fichte und Tanne seien wegen der extremen Trockenheit nur kurz verfügbar gewesen. „Die Trachtsaison endete vielerorts bereits Mitte/Ende Juni“, sagte Krewenka. Seitdem gebe es eine Trachtlücke.
Horn beschreibt die Lage für die Bienenvölker ebenfalls als belastend. Sonst könnten Bienen noch im August Nektar finden. In diesem Sommer sei vielerorts aber kaum noch etwas aufgeblüht. Imkerinnen und Imker füttern deshalb zu, etwa mit Futtersirup oder Zuckerwasser.
Was beim Honigkauf wichtig wird
Für Kundinnen und Kunden kann sich die Lage je nach Sorte unterschiedlich auswirken:
- Tannenhonig und Waldhonig: Das Angebot kann regional knapper sein.
- Blütenhonig: Die gute Frühjahrsernte kann die Preise eher stabilisieren.
- Regionale Unterschiede: Vorräte aus dem Vorjahr können Preissprünge abmildern.
- Endgültige Einschätzung: Belastbare Zahlen gibt es erst nach dem Ende der Saison.
Nach Zahlen des Statistischen Landesamts schwankten die Honigpreise in den vergangenen Jahren deutlich. Im jüngsten Jahresschnitt sank der Verbraucherpreisindex für Honig um knapp 11 Prozent, im Jahr davor um fast 5 Prozent. In den zwei Jahren davor waren dagegen deutliche Zuwächse verzeichnet worden.
Sorge um Winterbienen
Aus dem badischen Verbandsgebiet wird berichtet, dass Honigbienen wegen Dürre und Hitze zeitweise in eine Art Notbetrieb gehen. Bei geschwächten Völkern wurden Hitzeschäden an Honigwaben beobachtet. Sehr vereinzelt seien kleinere Ableger verendet, die direkt in der Sonne standen.
Besonders wichtig ist nun die Aufzucht der Winterbienen. Dafür brauchen die Völker hochwertiges Eiweiß in Form von Pollen. Sollte auch das Ausbrüten der Winterbienen leiden, könnten ganze Völker sterben, sagte Krewenka. Die Verbände zählen in Baden rund 10.200 Mitglieder und in Württemberg etwa 15.500 Mitglieder. Zusammen bewirtschaften sie mehr als 190.000 Bienenvölker.
Hornissen, Wespen und Milben bleiben ein Thema
Bei Feinden der Bienen ist die Lage nicht eindeutig. Extreme Hitzeperioden können für die Asiatische Hornisse problematisch werden. Ein klarer dämpfender Effekt auf die Nestzahlen sei in Baden-Württemberg bislang aber nicht belegt. Zuletzt wurden im Land 3.300 Nester gezählt.
Durch Hitze geschwächte Bienenvölker könnten durch die weitere Ausbreitung der Hornisse zusätzlich unter Druck geraten. Horn berichtete zudem von einer starken Wespenbelastung. Schwache Völker würden regelrecht überfallen.
Auch die Varroa-Milbe bleibt für Imkerinnen und Imker ein Risiko. Wenn Bienen wegen fehlender Tracht weniger Brut haben, konzentrieren sich Milben auf weniger Brutzellen. Zugleich kann die Behandlung schwieriger werden. Ameisensäure kann bei hohen Temperaturen stärker verdunsten und das Tierwohl gefährden.
Auch Importhonig kommt in die Gläser
Neben heimischem Honig wird auch Ware aus dem Ausland verkauft. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts wurden im jüngsten erfassten Jahr gut 1.260 Tonnen Honig eingeführt, vor allem aus Spanien, Ungarn und Griechenland. Mehr als 160 Tonnen wurden ausgeführt. Große Mengen gingen in die Schweiz, nach Österreich, Saudi-Arabien und Frankreich. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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