Hörprobleme bei Kindern erkennen: Zeichen für Paukenerguss
- Betrifft oft kleinere Kinder: Bei einem Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell.
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Paukenerguss bei Kindern. Hörprobleme werden vor allem dann abklärungsbedürftig, wenn Kinder auf Rufen kaum reagieren, häufig nachfragen oder die Sprachentwicklung stockt. Kommt aus der Kita der Hinweis, dass ein Kind schlecht hört, kann dahinter ein Paukenerguss stecken. Gemeint ist Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, meist in beiden Ohren.
Nach Einschätzung von Katharina Geißler, Oberärztin in der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Jena, kommt ein Paukenerguss gerade bei kleinen Kindern relativ häufig vor. In der Zeitschrift Apotheken Umschau Eltern erklärt sie, dass oft Schleimhautschwellungen, Mittelohrentzündungen, häufige Infekte oder vergrößerte Rachenmandeln eine Rolle spielen.
Weil betroffene Kinder häufig keine akuten Schmerzen haben, fällt das Problem im Alltag nicht immer sofort auf. Das deutlichste Zeichen kann sein, dass ein Kind nicht mehr auf seinen Namen reagiert, wenn es gerufen wird.
Diese Anzeichen sprechen für eine Abklärung
Eltern können vor allem auf Veränderungen achten, die im Alltag wiederholt auftreten. Einzelne Situationen bedeuten noch keine sichere Diagnose, mehrere Hinweise zusammen machen eine ärztliche Einordnung aber sinnvoller.
- Das Kind wirkt ungewohnt unaufmerksam.
- Es reagiert kaum oder verzögert, wenn es gerufen wird.
- Es fragt auffällig häufig nach.
- Es spricht selbst lauter als sonst.
- Bei Kleinkindern entwickelt sich die Sprache langsamer oder auffällig.
Zur Abklärung ist zunächst die Kinderarztpraxis zuständig. Je nach Befund folgt eine Überweisung zur Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Wird dort ein Paukenerguss festgestellt, wird in der Regel zunächst kontrolliert abgewartet, weil sich die Flüssigkeit auch von selbst wieder zurückbilden kann.
Behandlung richtet sich nach Dauer und Alter
Unterstützend kommen je nach Alter des Kindes und Befund verschiedene Maßnahmen infrage. Dazu zählen laut Geißler Wärme am Ohr, kortisonhaltiges Nasenspray oder spezielle Ballons aus der Apotheke. Beim Aufblasen mit der Nase soll sich die Ohrtrompete öffnen, damit das Mittelohr besser belüftet wird.
Bleibt der Erguss über längere Zeit bestehen, kann eine kleine Operation notwendig werden. Dabei können vergrößerte Rachenmandeln entfernt, die Flüssigkeit über einen kleinen Trommelfellschnitt abgesaugt und manchmal Paukenröhrchen eingesetzt werden. Diese Röhrchen sollen verhindern, dass sich erneut Flüssigkeit ansammelt.
Entscheidend ist die Dauer der Hörprobleme: Kurzzeitige Auffälligkeiten nach Infekten können sich bessern, anhaltendes schlechtes Hören sollte ärztlich kontrolliert werden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |