Hitzestress in Baden-Württemberg: Tiere an Gewässern leiden

Amphibien wie Salamander sind auf feuchte Umgebung angewiesen. (Archivbild) | Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Amphibien wie Salamander sind auf feuchte Umgebung angewiesen. (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Die frühe Hitzewelle hat direkte Folgen für Bäche, Flüsse und ihre Tierwelt in Baden-Württemberg. Nach Angaben des Nabu geraten vor allem Arten unter Druck, die auf kühle, sauerstoffreiche und dauerhaft wasserführende Gewässer angewiesen sind.

Niedrigwasser und hohe Wassertemperaturen wirken laut dem Naturschutzbund wie eine doppelte Belastung. Wenn kleine Bäche austrocknen, können ganze Populationen verschwinden. Betroffen sind demnach Fische, Flusskrebse, Insektenlarven und weitere Wasserlebewesen.

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg stuft den Juni als außergewöhnlich warm und trocken ein. Mit einer Mitteltemperatur von 20,0 Grad war es der zweitwärmste Juni seit Beginn der Messreihe im Jahr 1961. Zugleich fielen mit 46 Millimetern Regen nicht einmal halb so viel Niederschlag wie im langjährigen Mittel. Das verschärft die Niedrigwasserlage in vielen Flüssen und Bächen.

Wasseramsel als Warnsignal

Am Beispiel der Wasseramsel zeigt sich laut Nabu, wie stark sich die Bedingungen an Fließgewässern bereits verändert haben. Der Vogel sucht seine Nahrung unter Wasser und ist dabei auf Insektenlarven am Gewässergrund angewiesen. Steigen die Temperaturen und breiten sich mehr Algen aus, findet die Wasseramsel dort weniger Nahrung.

Nach Beobachtungen des Nabu Emmendingen an der Elz haben sich Verbreitung und Brutgebiete der Art verschoben. Frühere Brutplätze würden teils nicht mehr besiedelt. Weil die Wasseramsel als Indikatorart gilt, deutet das nach Einschätzung der Fachleute auf Probleme im Fluss hin.

Anders reagiere der Eisvogel. Er könne eher an andere Gewässer ausweichen und dort Fische, Insekten oder Kaulquappen jagen.

Schatten an Ufern kann Gewässer kühlen

Als wichtigen Ansatz nennt der Nabu bewachsene Uferrandstreifen mit Gehölzen. Sie halten Sedimente und Pestizide eher von den Gewässern fern und sorgen zugleich für Schatten. Uferbäume können bei einem zehn Meter breiten Gewässer laut Nabu einen Kühleffekt von 4 bis 5,5 Grad erreichen.

Besonders anfällig sind nach Einschätzung des Verbands begradigte, strukturarme und aufgestaute Gewässer. Dort erwärmt sich langsam fließendes oder nahezu stehendes Wasser schneller. Kleine Bäche und Gräben können dann ganz austrocknen. Seltene Arten wie Bachmuschel oder Steinkrebs sind dadurch zusätzlich bedroht.

Amphibien leiden besonders stark

Besonders hart trifft Hitze und Trockenheit laut Nabu die Amphibien. Ihre Entwicklung beginnt immer im Wasser. Trocknen Tümpel, Pfützen, Seen oder Waldbäche aus, sterben Eier, Larven und Kaulquappen. Erwärmen sich Gewässer zu stark, können die Tiere daran zugrunde gehen.

Auch nach dem Wechsel an Land bleibt die Lage kritisch. Amphibien sind auf ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Fehlt diese, ziehen sie sich in Erdlöcher, Ritzen oder Totholz zurück. Trocknen die Bodenschichten weiter aus, verenden vor allem Jungtiere oft unbemerkt. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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