Hitze im Auto: So vermeiden Autofahrer lebensgefährliche Hitzefallen
- Hitze im Auto kann schnell gefährlich werden. Vor Fahrteintritt sollte man das Fahrzeug runter kühlen.
- Foto: ako-photography/stock.adobe.com
- hochgeladen von Karin Hoffmann
Hitze im Auto. Ein geparktes Auto wird im Sommer in kürzester Zeit zur Hitzefalle. Schon nach wenigen Minuten steigen die Temperaturen im Innenraum auf Werte, die für Kinder, Tiere und empfindliche Menschen lebensgefährlich werden können. Wer die größten Hitzefallen kennt, kann den Innenraum spürbar kühler halten und Risiken auf Fahrten deutlich senken.
Im Sommer reicht oft schon ein kurzer Einkauf, ein Stau auf der Autobahn oder ein Parkplatz ohne Schatten – und der Wagen verwandelt sich in einen Backofen. Die Hitze belastet nicht nur den Kreislauf, sondern auch Konzentration und Reaktionsvermögen. Laut ADAC steigt das Unfallrisiko sogar mit jedem zusätzlichen Grad über 25 Grad Innenraumtemperatur. Umso wichtiger ist es, die Temperaturentwicklung richtig einzuordnen, typische Fehler zu vermeiden und die wirksamsten Maßnahmen gegen die Hitzebelastung zu kennen.
Wie viel Grad sind im Auto bei 30 Grad?
Bei 30 Grad Außentemperatur wird es im Auto erschreckend schnell kritisch. Der ACE nennt nach einer halben Stunde bereits 46 Grad im Fahrzeuginneren. Der ADAC beschreibt ein ähnliches Bild: Schon nach zehn Minuten in der Sonne liegen die Innenraumtemperaturen über der Körpertemperatur von Menschen und Tieren, nach 30 Minuten werden bei etwas über 28 Grad Außentemperatur bereits mehr als 45 Grad erreicht.
Besonders tückisch ist, dass leicht geöffnete Fenster kaum helfen. Laut ADAC bringen selbst einen Spalt geöffnete Scheiben in der Sommerhitze keine echte Abkühlung mehr. Auch auto motor und sport schreibt, dass gekippte Fenster meist nur ein bis zwei Grad Unterschied machen. Entscheidend ist also nicht, ob das Fenster einen Spalt offensteht, sondern wie lange das Fahrzeug in der Sonne steht – und wer oder was sich darin befindet.
Was sollte man bei Hitze nicht im Auto lassen?
An erster Stelle gilt: Kinder, andere Mitfahrer und Tiere dürfen bei Hitze niemals im Auto zurückbleiben. Der ADAC warnt ausdrücklich davor, weil Hitze im Auto lebensgefährlich ist. Schon ab 40 Grad kann für empfindliche Personen Lebensgefahr bestehen und ab 45 Grad droht akute Lebensgefahr für Babys, Kinder und Haustiere. Gerade kleine Kinder und Tiere können Körperwärme deutlich schlechter regulieren als gesunde Erwachsene.
Auch hitzeempfindliche Gegenstände haben im Sommer nichts im Wagen verloren. Enorme Hitzeentwicklung an Oberflächen betreffen vor allem dunkle Flächen im Innenraum. Diese können sich auf über 70 Grad aufheizen. Sitze, Lenkrad und Kindersitze werden dabei so heiß, dass sogar Verbrennungen möglich sind. Deshalb sollten unter anderem Kindersitze nicht ungeschützt in der Sonne bleiben, sondern abgedeckt werden. Sinnvoll ist grundsätzlich, alles aus dem Auto zu entfernen, was hitzeempfindlich ist oder sich stark aufheizen kann.
Besonders problematisch bei Hitze im Auto sind:
- Kinder und Babys
- Haustiere
- ältere oder gesundheitlich angeschlagene Menschen
- ungeschützte Kindersitze
- stark aufheizbare Gegenstände auf Armaturenbrett, Sitzen oder Lenkradnähe
Was hilft gegen Hitze im Auto?
Am meisten bringt es, Hitze gar nicht erst entstehen zu lassen. Schattenparkplätze sind ideal, alternativ helfen außen angebrachte reflektierende Sonnenschutzmatten oder eine Halbgarage. Es kann auch helfen Lenkrad, Sitze und vor allem Kindersitze mit hellen Tüchern abzudecken, weil gerade dunkle Oberflächen besonders viel Hitze speichern.
Vor dem Losfahren hilft gründliches Durchlüften. Der ADAC empfiehlt, alle Türen und, falls vorhanden, auch das Schiebedach zu öffnen, damit die gestaute Hitze entweichen kann. Erst danach sollte die Klimaanlage übernehmen, idealerweise mit 22 bis 25 Grad Celsius Innenraumtemperatur, ohne extreme Abkühlung. Während der Fahrt bleiben außerdem regelmäßige Pausen, viel Flüssigkeit und eine gleichmäßige Kühlung wichtig, damit Kreislauf und Konzentration stabil bleiben.
Maßnahmen auf einem Blick:
- Im Schatten parken: Ein schattiger Parkplatz hält den Innenraum deutlich kühler.
- Reflektierende Sonnenschutzmatten nutzen: Besonders wirksam sind außen angebrachte Matten für die Frontscheibe oder eine Halbgarage.
- Glasdächer verdunkeln: So gelangt weniger Sonne direkt in den Innenraum.
- Lenkrad, Sitze und Kindersitze abdecken: Helle Tücher helfen, Oberflächenhitze zu reduzieren und Verbrennungen zu vermeiden.
- Vor der Fahrt gründlich lüften: Alle Türen öffnen, am besten auch Fenster, Schiebedach oder Kofferraum, damit die heiße Luft entweichen kann.
- Klimaanlage sinnvoll einsetzen: Ideal sind etwa 22 bis 25 Grad im Auto; der Unterschied zur Außentemperatur sollte nicht zu groß sein.
- Luft nicht direkt auf den Körper richten: Besser ist eine gleichmäßige Verteilung im Auto, um Kreislaufprobleme und Verspannungen zu vermeiden.
- Während der Fahrt genug trinken: Wasser, Saftschorle oder ungesüßter Tee helfen dem Kreislauf bei großer Hitze.
- Regelmäßig Pausen machen: Spätestens alle zwei Stunden, bei großer Hitze gern früher.
- Standklimatisierung nutzen, falls vorhanden: Damit lässt sich das Auto schon vor Fahrtbeginn herunterkühlen.
- Sitzlüfter oder Ventilationsauflagen nachrüsten: Das kann den Komfort bei langen Fahrten spürbar verbessern.
- Kühlbox mitnehmen: So bleiben Getränke unterwegs kühl.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.