Hitze im Auto: So bleibt der Innenraum schnell erträglicher
- Tipps gegen Hitze im Auto im Sommer.
- Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
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Hitze im Auto senken. Mit kurzem Durchlüften, richtig eingestellter Klimaanlage und einfachem Hitzeschutz beim Parken lässt sich der Innenraum spürbar abkühlen und die Fahrt bleibt konzentrierter.
Wenn draußen Hochsommer ist, wird der Innenraum in der Sonne sehr schnell zur Hitzefalle. Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. ordnet das mit konkreten Zahlen ein: Schon bei 28 Grad Celsius Außentemperatur kann es im Auto nach rund 20 Minuten bis zu 45 Grad Celsius warm werden. Selbst leicht geöffnete Fenster senken den Anstieg nur wenig, dann werden etwa 42 Grad Celsius erreicht.
Die Hitze kann die Konzentrationsfähigkeit mindern und die Ermüdung beschleunigen. Außerdem sind Kreislaufprobleme möglich. Beides kann das Unfallrisiko erhöhen, vor allem auf längeren Strecken.
Warum Hitze im Auto so schnell zum Problem wird
Direkte Sonneneinstrahlung und dunkle Oberflächen treiben die Temperaturen besonders hoch. Laut ADAC können Oberflächen wie Lenkrad, Gurtschlösser oder Kindersitze bis zu 80 Grad Celsius erreichen. Das kann im Alltag nicht nur unangenehm sein, sondern auch zu Verbrennungen führen.
Der ADAC-Pressesprecher Oliver Reidegeld warnt zudem vor dem Risiko, Menschen oder Tiere im Fahrzeug zu lassen. Für Kleinkinder, ältere Menschen und Tiere können diese Bedingungen innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.
Vor der Abfahrt: So kommt die Hitze zuerst aus dem Auto
Stand das Fahrzeug in der Sonne, hilft eine kurze „Stoß-Entlüftung“, bevor die eigentliche Kühlung startet.
- Für etwa ein bis zwei Minuten Türen und Fenster öffnen, damit ein erster Luftaustausch gelingt.
- Dann Motor starten und mit geöffneten Fenstern sowie Lüftung auf höchster Stufe losfahren.
- Nach ein paar Minuten Fenster schließen und erst dann die Klimaanlage nutzen, um gezielt herunterzukühlen.
Klimaanlage richtig nutzen: weniger Temperatursturz, weniger Stress
Die Klimaanlage reguliert die Temperatur, sollte aber nicht zu stark „gegen außen“ herunterkühlen. Der ADAC empfiehlt als Orientierung, dass der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur idealerweise nicht mehr als sechs Grad beträgt. Wird zu stark heruntergekühlt, kann das Kreislaufprobleme begünstigen und die Atemwege belasten.
Wichtig ist auch die Ausrichtung der Lüftungsdüsen. Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Körper oder Gesicht treffen, sondern eher über die Schultern der vorn sitzenden Personen geführt werden.
Unterwegs: Trinken und UV-Schutz mitdenken
Gerade bei längeren Fahrten unterstützt ausreichendes Trinken die Konzentration. Genannt werden Wasser, Saftschorle oder Tee. Sehr kalte Getränke sind dabei nicht zwingend hilfreich.
UV-Strahlung kann auch durch Fahrzeugscheiben hindurch wirken. Als praktischer Schutz nennt der ADAC Sonnenschutzfolien für die hinteren Seitenfenster oder mobile Sonnenschützer mit Saugnäpfen. Bei längeren Fahrten an sonnigen Tagen kann ergänzend geeignete Kleidung oder Sonnenschutzcreme sinnvoll sein.
Beim Parken: Schatten, Sonnenschutz und helle Tücher
Wer das Auto abstellt, kann schon bei der Stellplatzwahl viel Einfluss nehmen. Ein schattiger Platz reduziert die Aufheizung. Dabei hilft es, den „Sonnenlauf“ mitzudenken, da die Sonne im Tagesverlauf weiterwandert.
Zusätzlich lassen sich Temperaturen durch einfache Hilfsmittel senken.
- Sonnenschutz hinter der Windschutzscheibe oder ein Thermo-Scheibenschutz außen kann die Temperatur im Auto um bis zu acht Grad reduzieren.
- Helle Tücher auf Sitzen, besonders auf Kindersitzen, sowie auf dem Lenkrad senken die Oberflächentemperatur laut ADAC um etwa 14 bis 26 Grad und helfen, Verbrennungen zu vermeiden.
Als praktische Konsequenz gilt: Mit Lüften vor dem Start, moderater Klimaanlagen-Einstellung und konsequentem Hitzeschutz beim Parken wird das Auto im Sommer schneller wieder alltagstauglich. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |