Heizkosten sparen durch Dämmung? Warum Prozent‑Werbung täuscht
- Zahlt sich aus: Wer in Wärmedämmung investiert, profitiert über Jahre von deutlich niedrigeren Heizkosten. (zu dpa: «Dämmen: Verbraucherschützer warnen vor falschen Versprechen»)
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Heizkosten sparen durch Dämmung. Viele Hausbesitzer rechnen mit großen Einsparungen. Pauschale Versprechen wie „50 Prozent weniger Energieverbrauch“ sind laut Verbraucherschützern jedoch kaum belastbar und können zu falschen Erwartungen führen.
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt davor, solche Prozentangaben ungeprüft zu übernehmen. «Allgemeine Prozentangaben ohne nachvollziehbare Berechnungen oder Messungen sind fachlich nicht belastbar und können Verbraucher in die Irre führen», heißt es von den Verbraucherschützern.
Wie stark der Energieverbrauch durch eine Fassadendämmung tatsächlich sinkt, hängt immer vom einzelnen Gebäude und dessen Nutzung ab. Bauweise, Zustand des Hauses, Heizsystem und das eigene Heizverhalten spielen eine zentrale Rolle.
Viele Faktoren bestimmen die tatsächliche Ersparnis
Wie viel Energie sich einsparen lässt, hängt unter anderem von mehreren Punkten ab:
- der Bauweise und dem aktuellen Zustand des Hauses
- dem vorhandenen Heizsystem
- dem individuellen Heizverhalten, etwa der eingestellten Raumtemperatur
Eine pauschale Prozentzahl lässt sich daraus kaum ableiten. Wer genauer wissen will, ob sich eine Dämmung lohnt, kann die mögliche Einsparung näherungsweise berechnen.
So lässt sich die mögliche Energieeinsparung berechnen
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein beschreibt dafür eine einfache Rechenmethode. Drei Werte werden miteinander multipliziert:
- die Differenz des Wärmedurchgangskoeffizienten der Fassade (U-Wert) im alten und im gedämmten Zustand
- der Heizaufwand vom Herbst bis zum Frühjahr in Kilokelvinstunden (kKh)
- die zu dämmende Fassadenfläche
Das Ergebnis zeigt die Energiemenge in Kilowattstunden, die sich pro Jahr theoretisch einsparen lässt. Wird dieser Wert mit dem aktuellen Preis für Heizenergie multipliziert, ergibt sich eine grobe jährliche Kostenersparnis. Dadurch lässt sich abschätzen, nach wie vielen Jahren sich eine Dämmung finanziell amortisieren könnte.
Woher die nötigen Werte kommen
Informationen über den aktuellen Zustand der Fassade lassen sich mitunter in Bauplänen oder Bauantragsunterlagen finden. Alternativ kann die Wandstärke gemessen und das Material bestimmt werden. Online-Rechner helfen anschließend dabei, daraus den U-Wert zu ermitteln.
Für den Heizaufwand wird häufig die sogenannte Gradtagzahl verwendet. Wird dieser Wert in Kelvintage angegeben, lässt er sich umrechnen. Dafür wird die Zahl zunächst mit 24 multipliziert und anschließend durch 1000 geteilt.
Die genaue Fassadenfläche muss für eine grobe Kalkulation nicht millimetergenau bestimmt werden. Häufig kann die Fläche übernommen werden, die ein Handwerksbetrieb bereits im Angebot angesetzt hat.
Die Rechnung zeigt vor allem eines. Wie stark eine Dämmung den Energieverbrauch senkt, hängt immer vom konkreten Gebäude und der Nutzung ab. Pauschale Prozentversprechen liefern dafür keine verlässliche Grundlage. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |