Handykosten im Urlaub vermeiden: Diese Fallen bleiben teuer
- Das Handy im Urlaub nutzen? In Ländern mit EU-Roaming in der Regel kein Problem. Außerhalb der EU sollten aber lieber die Einstellungen für mobile Daten und Roaming gecheckt werden.
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Handykosten im Urlaub vermeiden. Wer vor der Reise die Roaming-Regeln, Mailbox und WLAN-Calls prüft, kann unnötige Mobilfunkkosten oft vermeiden. Gerade außerhalb der EU, auf Kreuzfahrten und in Grenzregionen reichen kleine Einstellungen am Smartphone aus, damit die Urlaubskasse nach der Rückkehr nicht zusätzlich belastet wird.
Innerhalb der Europäischen Union sind Telefonate, SMS und mobiles Internet in der Regel so teuer wie zu Hause. Das gilt auch in Island, Liechtenstein, Norwegen und in einigen Überseegebieten wie La Réunion oder Martinique. Eingehende Anrufe aus Deutschland kosten dort nichts extra.
Auch in Großbritannien verlangen 1&1, Vodafone, Telefónica und die Telekom trotz Brexit weiterhin keine zusätzlichen Roaming-Gebühren. Anders sieht es in Gebieten wie Monaco, Andorra, San Marino, Gibraltar, der Isle of Man, den Kanalinseln oder Vatikanstadt aus. Sie fallen nicht unter die EU-Roaming-Verordnung, auch wenn einzelne Anbieter dort günstige Konditionen einräumen.
Außerhalb der EU reichen wenige Fehler für hohe Zusatzkosten
In Nicht-EU-Ländern können die Preise schnell stark steigen. Nach Angaben der Stiftung Warentest kann eine Gesprächsminute in Kuba oder auf den Malediven je nach Anbieter etwa 4 Euro kosten. Mobile Daten schlagen dort teils mit 17 Euro pro Megabyte zu Buche.
Besonders relevant sind dabei einige typische Kostenfallen.
- Eine aktive Mailbox kann in Nicht-EU-Ländern teuer werden, wenn bedingte Rufumleitungen greifen. Dann fallen unter Umständen Kosten für die Weiterleitung ins Auslandsnetz, die Umleitung zurück nach Deutschland und das Abhören an.
- Datenroaming kann schon bei kurzer Nutzung hohe Rechnungen verursachen und wird außerhalb der EU besser genau geprüft oder deaktiviert.
- WLAN-Calls gelten teils selbst in EU-Ländern als Auslandsgespräche und können damit unerwartet Geld kosten.
- Auf Schiffen und in Flugzeugen gelten die EU-Roaming-Regeln nicht. Das betrifft auch Reisen innerhalb Europas.
- In Grenznähe zu Nicht-EU-Ländern kann sich das Handy unbemerkt in ein fremdes Netz einwählen.
Die Mailbox lässt sich oft mit dem Tastencode ##002# abschalten. Für viele Reisende können zudem lokale SIM-Karten, eSIMs oder Reisepakete des eigenen Anbieters günstiger sein als der Standardtarif.
Der EU-Kosten-Airbag schützt, aber nicht in jedem Netz
Damit selbst moderate Datennutzung außerhalb der EU keine extrem hohen Rechnungen auslöst, gibt es den EU-Kosten-Airbag. Bei 80 Prozent der voreingestellten Grenze von 50 Euro netto oder einer selbst gesetzten Obergrenze muss der Anbieter warnen. Wird die Grenze überschritten, wird die Datenverbindung stark gedrosselt.
Dieser Schutz funktioniert allerdings nur, wenn der Datenverbrauch im jeweiligen Land in Echtzeit erfasst wird. Immerhin informieren Anbieter nach der Landung oder nach dem Grenzübertritt per SMS über die Kosten im jeweiligen Netz. Diese Hinweise geben eine schnelle Einordnung, ob mobiles Internet besser ausgeschaltet bleibt.
Wer vor der Abreise Tarif, Länderliste und Smartphone-Einstellungen kontrolliert, kann die wichtigsten Kostenfallen meist mit wenig Aufwand entschärfen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |