Handy-Regeln in Schulen: Verbot bis Klasse 10 geplant

Eine Schülerin hält eine Handy-Verbotshülle. Die Bildungsministerin will verbindliche Regeln einführen. (Archivbild) | Foto: Swen Pförtner/dpa
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Mainz. Auf Schülerinnen, Schüler und Eltern in Rheinland-Pfalz könnten ab dem nächsten Schulhalbjahr strengere Regeln für private Handynutzung an Schulen zukommen. In Mainz hat Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig angekündigt, dass private Handys während der gesamten Schulzeit mindestens bis zum Ende der 10. Klasse verboten werden sollen.

Noch ist die Regelung nicht beschlossen. Nach Angaben der Ministerin laufen dazu Gespräche mit Schulträgern, Verbänden und innerhalb der Landesregierung. Dabei geht es auch um offene Fragen für Ganztagsschulen, Berufsschulen und die Oberstufe.

Kein komplettes Handyverbot

Geplant ist nach Darstellung der Ministerin kein allgemeines Verbot von Smartphones. Untersagt werden soll die private Nutzung während der Schulzeit. Das würde auch Pausen und Wege auf dem Schulgelände einschließen. Einige Schulen in Rheinland-Pfalz arbeiten bereits freiwillig mit Handyfächern oder sogenannten Handygaragen. Künftig sollen daraus möglichst verbindliche Vorgaben werden.

Für den Schulweg hält die Ministerin Handys weiter für sinnvoll. Sie verweist auf Sicherheitsgründe und auf den ÖPNV, etwa bei Verspätungen von Bus und Bahn. Aus ihrer Sicht wäre auch ein einfaches Kinderhandy denkbar, das Erreichbarkeit ermöglicht, aber keine Flut an Apps mitbringt.

Was für Familien wichtig wäre

Für Eltern und Schulen wäre vor allem entscheidend, wie klar die Ausnahmen geregelt werden. Nach den bisherigen Aussagen der Ministerin geht es um diese Punkte:

  • private Handynutzung soll bis Klasse 10 in der Schulzeit untersagt werden
  • der Schulweg wäre davon nicht betroffen
  • im Unterricht könnten Handys oder Tablets weiter gezielt für Lernzwecke genutzt werden
  • für Ganztag, Berufsschulen und Oberstufe wird noch nach Lösungen gesucht

Die Ministerin betont, dass sie mehr Lernruhe und mehr direkte soziale Kontakte in den Schulen erreichen will. Erfahrungen aus Schulen mit solchen Regeln zeigten aus ihrer Sicht, dass Kinder in den Pausen wieder häufiger miteinander sprechen oder auf dem Schulhof spielen.

Handy im Unterricht nur für Lernzwecke

Zugleich soll digitale Bildung im Unterricht möglich bleiben. Lehrkräfte könnten Smartphones oder Tablets weiter gezielt einsetzen, etwa um TikTok-Inhalte im Unterricht einzuordnen, über Fake News zu sprechen oder den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu besprechen.

Unterstützung kommt von Ministerpräsident Gordon Schnieder. Er hatte bereits erklärt, private Handynutzung in Unterrichtszeit und Schulzeit solle auf Lehr- und Lernzwecke begrenzt werden. Rückhalt gibt es auch vom Landkreistag.

Kritik von der Schülervertretung

Widerspruch kommt von der Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung. Sie warnt vor pauschalen Handyverboten und möglichen Social-Media-Verboten. Probleme wie Cybermobbing, Hassrede oder exzessive Mediennutzung würden dadurch nicht gelöst, sondern nur verlagert.

Auch auf Bundesebene läuft die Debatte. Eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Expertengruppe empfiehlt, die private Handynutzung im Unterricht und in Pausen bis Klasse 7 bundesweit zu verbieten. Ab Klasse 8 sollen Schulen demnach verbindliche Nutzungskonzepte erarbeiten. Wie Rheinland-Pfalz die Pläne nun konkret fasst, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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