Hagelschutz fürs Auto ohne Garage: Was wirklich schützt

Gut verpackt: Hagelschutzdecken sollen vor Beulen und Lackschäden durch Hagelschlag schützen. | Foto: Tom Nebe/dpa-mag
  • Gut verpackt: Hagelschutzdecken sollen vor Beulen und Lackschäden durch Hagelschlag schützen.
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Hagelschutz fürs Auto. Spezielle Hagelschutzplanen, Schaumplatten und aufblasbare Abdeckungen können Beulen an Lack und Schäden an Scheiben mindern, wenn das Auto nicht in Garage oder Carport steht. Entscheidend ist nicht nur die Größe der Abdeckung, sondern vor allem die angegebene Schutzwirkung gegen Hagelkörner und deren Aufprall. Für Autofahrer zählt damit vor dem Kauf, ob das Produkt zum Fahrzeug und zur Hagelgefahr am Wohnort passt.

Hagelbeulen sehen nicht nur unschön aus. Sie können auch den Wiederverkauf erschweren und Reparaturen nach sich ziehen. Der Auto Club Europa nennt mehrere Lösungen, die im Alltag unterschiedlich handlich sind und je nach Wetterlage rechtzeitig angebracht werden müssen.

Hagelschutz gibt es als Plane, Platte oder Luftpolster

Für Fahrzeuge ohne festen Unterstand kommen vor allem drei Varianten infrage. Sie unterscheiden sich bei Schutzfläche, Gewicht und Aufwand beim Anbringen.

  • Stark gepolsterte Überziehplanen decken meist das gesamte Fahrzeug ab. Es gibt sie in verschiedenen Größen.
  • Platten aus Schwerschaum werden punktuell befestigt. Sie schützen zum Beispiel Fenster, Dach, Motorhaube oder Kofferraumdeckel.
  • Aufblasbare Abdeckungen legen ein Luftpolster über das Fahrzeug. Sie sollen den Aufprall von Hagelkörnern abmildern.

Ein vollständiger Rundumschutz ist im Alltag meist aufwendiger als einzelne Platten. Dafür bleiben bei punktuellen Lösungen andere Karosserieteile stärker dem Wetter ausgesetzt.

Die Schutzwirkung hängt von Hagelgröße und Aufprall ab

Einen Schutz gegen jede Hagelgröße gibt es nicht. Nach Angaben des ACE nennen Hersteller in der Regel, gegen welche Niederschlagsart ihre Produkte ausgelegt sind. Manche Planen sind für durchschnittlichen Hagel gedacht, andere sollen auch größere Eiskugeln bis zu 6 Zentimetern Durchmesser abfangen.

Wichtig ist außerdem, welche Aufprallgeschwindigkeit ein Produkt bremsen kann, damit im Lack keine Beulen entstehen. Je höher die Schutzwirkung ausfällt, desto dicker und unhandlicher sind die Polsterungen meist. Für den Alltag bedeutet das: Eine besonders robuste Abdeckung kann wirksamer sein, braucht aber mehr Platz im Kofferraum und mehr Zeit beim Aufziehen.

Der Preis allein sagt wenig über den passenden Schutz

Hagelschutz fürs Auto gibt es bereits ab etwa 35 Euro. Einzelne Modelle kosten mehrere Hundert Euro. Der Autoclub AvD ordnet ein, dass der Preis nicht das erste Kaufkriterium sein sollte. Wichtiger ist die Schutzwirkung, die zur erwartbaren Wetterlage passt.

Hilfreich können Zertifizierungen sein, etwa vom TÜV Austria. Sie ersetzen aber nicht den Blick auf Fahrzeuggröße, Befestigung und die Herstellerangaben zur maximalen Hagelgröße. Ein günstiges Produkt kann für leichten Hagel genügen, bei häufigen Unwettern mit größeren Körnern kann ein stärker gepolstertes Modell sinnvoller sein.

Sauberer Lack verhindert Kratzer beim Überziehen

Der beste Schutz hilft nur, wenn er vor dem Hagel am Auto angebracht ist. Aktuelle Warnungen liefert zum Beispiel die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes. Die Grundversion ist kostenlos, erweiterte Funktionen kosten einmalig rund 2,50 Euro.

Vor dem Überziehen sollte das Auto möglichst sauber sein, raten die Autoclubs. Staub, Steinchen und grober Schmutz können unter schweren Planen wie Schleifpapier wirken und Kratzer verursachen. Gerade bei großen Überziehplanen ist deshalb saubere Karosserie wichtiger als bei kleineren Schutzplatten.

Wer im öffentlichen Straßenraum parkt, kann eine Hagelplane nicht dauerhaft wie eine mobile Garage nutzen. Reflektoren und Kennzeichen dürfen nicht verdeckt werden, damit das Auto bei Dunkelheit erkennbar bleibt und eindeutig zugeordnet werden kann.

Teilkasko zahlt meist bei Hagelschäden

Hagel zählt zu den Elementarschäden am Auto. In der Regel kommt dafür die Teilkaskoversicherung auf. Für Fahrzeughalter bleibt dann meist nur der vereinbarte Selbstbehalt.

Praktisch ist Hagelschutz vor allem dort, wo rechtzeitige Wetterwarnungen beachtet werden und die Abdeckung schnell genug griffbereit ist. Ohne passende Größe, ausreichende Polsterung und sauberes Fahrzeug kann der Nutzen deutlich sinken. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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