Grasfressen bei Hunden: Meist harmlos, dann wird es bedenklich
- Weit verbreitetes Verhalten: Etwa zwei Drittel aller Hunde fressen gelegentlich oder regelmäßig Gras.
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Grasfressen bei Hunden. Grasfressen ist bei Hunden meist harmlos und oft Teil normalen Verhaltens. Entscheidend ist, ob das Tier entspannt einzelne Halme frisst oder das Gras hastig schlingt und kurz darauf würgt oder erbricht.
Berlin - Manche Hunde fressen beim Spaziergang auffällig gern Gras. "Theorien wie 'Gras reinigt den Magen' oder 'Gras hilft gegen Würmer' sind Quatsch", sagt Tierärztin Tina Hölscher vom Verein Aktion Tier. Warum Hunde überhaupt Gras fressen, sei wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, es gebe aber mehrere Erklärungsansätze.
Ein Blick in die Evolutionsgeschichte liefert einen davon. Als Wölfe pflanzenfressende Beutetiere erlegten, nahmen sie automatisch auch deren Magen-Darm-Inhalt samt Pflanzenfasern auf. Pflanzliche Kost gehört demnach seit jeher zum natürlichen Nahrungsspektrum von Hunden.
Geschmack, Ballaststoffe und Alltag können eine Rolle spielen
Manche Vierbeiner mögen den Geschmack von Gras schlicht gern, vor allem zarte, leicht süßliche Frühjahrshalme. Da Pflanzen zudem ballaststoffreich sind, könnte das Grasen auch der Verdauung zugutekommen.
Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland nennt als mögliche Gründe fürs Fressen von Gras außerdem:
- Langeweile
- Durst
- Stress
- Übelkeit und Verdauungsprobleme
- Verschluckte Fremdkörper
- Nährstoffmangel
Wiederholtes Erbrechen nach Grasfressen gilt nicht als normal
Anders sieht es aus, wenn der Hund nach dem Grasfressen wiederholt erbricht. "Das ist sicher nicht normal", warnt Hölscher. Typische Anzeichen sind, dass der Hund das Gras hastig abreißt und herunterschlingt und dabei unruhig statt entspannt wirkt.
Kurz darauf können Würgen und Erbrechen von Schaum oder Mageninhalt folgen. In solchen Fällen rät die Tierärztin zu einem Tierarztbesuch, um die Ursache abzuklären: "Das kann alles sein - von einer Magenverstimmung über Parasiten bis hin zu einem Fremdkörper".
Nicht jede Wiese ist für Hunde geeignet
Auch wenn Grasfressen an sich meist harmlos ist, sollten Hunde nicht überall grasen. Halme am Straßenrand oder in der Nähe bewirtschafteter Felder können der Aktion Tier zufolge mit Abgas- oder Pestizidrückständen belastet sein und im schlimmsten Fall zu Vergiftungen führen. Für den Alltag heißt das: Entspanntes Grasen ist meist unproblematisch, auffälliges Schlingen mit anschließendem Erbrechen sollte abgeklärt werden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |