Gewitter rechtzeitig erkennen: Diese Apps warnen früh
- Können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten und erfordern schnelles Handeln. (zu dpa: «Gewitter im Anmarsch: So werden Sie nicht überrascht»)
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Gewitter rechtzeitig erkennen. Warn-Apps und eine einfache Faustregel helfen dabei, Gewitter im Alltag früher einzuschätzen und rechtzeitig Schutz zu finden. Gerade nach großer Hitze steigt in den kommenden Tagen in Deutschland laut Deutschem Wetterdienst die Wahrscheinlichkeit für teils heftige Gewitter mit Starkregen, Windböen und örtlich auch Hagel.
Schon Donner ist ein klares Warnsignal. Er bedeutet, dass das Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt ist. Liegen zwischen Blitz und Donner nur noch zehn Sekunden oder weniger, besteht laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik akute Lebensgefahr. Als sicher gelten dann feste Gebäude oder ein Auto.
Die Entfernung lässt sich grob berechnen. Wer die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählt und die Zahl durch drei teilt, erhält laut Deutschem Wetterdienst einen ungefähren Wert in Kilometern.
Diese Warn-Apps helfen im Alltag am meisten
Wer Gewitter möglichst früh einschätzen will, kann Warnmeldungen für den eigenen Wohnort oder Standort aktivieren. Dafür kommen vor allem drei Apps infrage.
- NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist kostenlos für Android und iOS verfügbar.
- Katwarn vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme ist kostenlos für Android und iOS verfügbar.
- Warnwetter vom Deutschen Wetterdienst bietet einfache Warnmeldungen kostenlos. Der volle Funktionsumfang kostet einmalig 2,49 Euro für Android und iOS.
Alle drei Apps melden gefährliche Wettersituationen am eigenen Standort. Warnwetter zeigt zusätzlich ein aktuelles Wetterradar mit präzisen Prognosen zur Zugbahn von Regen- und Hagelgebieten. Das erleichtert im Alltag die Einordnung, ob etwa ein Auto bei Hagel besser noch untergestellt wird.
Bei Gewitter draußen zählt Abstand und eine niedrige Haltung
Wer unterwegs auf dem Fahrrad, beim Wandern oder am Badesee von einem Gewitter überrascht wird und keinen sicheren Unterstand erreicht, sollte exponierte Orte meiden. Abstand zu alleinstehenden Bäumen, Baumgruppen, Waldrändern, Masten, Metallzäunen und Gewässern senkt das Risiko. Auch Regenschirme, Wanderstöcke, Fahrräder und andere Metallgegenstände sollten einige Meter entfernt abgelegt oder abgestellt werden.
Laut Deutschem Wetterdienst gilt eine Hocke in einer Mulde oder Senke als besonders wirksam. Dabei stehen die Füße eng zusammen und die Arme liegen um die Beine. In Gruppen ist Abstand sinnvoll, mindestens ein Meter, besser drei Meter.
Wenn 30 Minuten lang kein Donner mehr zu hören ist, gilt das Gewitter laut VDE als vorüber. Für den Alltag heißt das vor allem, Warnsignale früh einzuordnen und Schutz nicht erst beim ersten Starkregen zu suchen. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |