Fakt: Schwarz, Rot, Blau: Drei Stimmen aus Sachsen-Anhalt
- Fakt: Schwarz, Rot, Blau – Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Die MDR-Reportage zeigt anhand mehrerer Porträts, welche Themen Menschen kurz vor der Landtagswahl bewegen.
- Foto: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, Foto: Ben Arnold
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Fakt: Schwarz, Rot, Blau – Sachsen-Anhalt vor der Wahl. Was beschäftigt Menschen in Sachsen-Anhalt kurz vor der Landtagswahl, und was macht ihnen den Alltag schwer? Die MDR-Reportage setzt in der Altmark an und begleitet drei Personen, die stellvertretend für viele andere stehen.
Ab sofort läuft „Fakt: Schwarz, Rot, Blau – Sachsen-Anhalt vor der Wahl“ in der ARD Mediathek. Im Ersten zeigt die ARD den Film am 1. September um 21.45 Uhr.
Fakt: Schwarz, Rot, Blau – Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Worum es geht
Die Reportage von Christin Simon und Benjamin Arnold erzählt vom Leben auf dem Land, dort, wo politische Entwicklungen ganz konkret spürbar sind. Im Mittelpunkt stehen Unzufriedenheit, Veränderungswünsche und demokratisches Engagement.
Ausgangspunkt ist eine Tankstelle in Arendsee. Dort lebt und arbeitet die 24-jährige Unternehmerin Marie-Josephine Landsberg, die den Familienbetrieb übernommen hat und sich bewusst für ein Leben in ihrer Heimat entschieden hat.
Alltag zwischen Kosten, Bürokratie und Infrastruktur
Landsberg beschreibt ihren Alltag mit Themen wie Bürokratie, hohen Kosten und einer vielerorts mangelhaften Infrastruktur. Auch der 28-jährige Landwirt Jacques Köpke steht unter Druck und kämpft laut Film mit wirtschaftlichen Unsicherheiten und den Folgen von Ernteausfällen.
Köpke wandte sich wiederholt mit seinen Sorgen an politische Entscheidungsträger, erhielt aber nicht die Antworten, die er sich erhofft hatte. Außerdem begleitet der Film die Grafikdesignerin Anne Buch, die sich für demokratische Teilhabe und die Interessen junger Menschen in der Altmark engagiert.
„Land unter Druck“ bringt 50 Perspektiven ins Erste
Wer noch breiter auf die Stimmung vor den Wahlen blicken will, findet im Ersten eine zweite Doku: „Land unter Druck – 50 Stimmen aus dem Volk“ läuft am 31. August um 20.15 Uhr und steht auch in der ARD Mediathek. Dafür sind Jan. N. Lorenzen, Emma Mack und David Holland mit einem mobilen Studio durch den Osten Deutschlands gereist und haben mit 50 Menschen gesprochen.
Unter den Interviewten sind auch Prominente wie Franziska van Almsick, Claus Weselsky und der Schauspieler Martin Brambach. In der Doku geht es unter anderem um Erfahrungen mit Ämtern, überbordende Bürokratie, mangelnde Transparenz bei politischen Entscheidungen sowie unklare Strukturen und sich überschneidende Zuständigkeiten.
Mehrere Stimmen werden dabei sehr konkret. „Weil wir uns in einem Dickicht an Vorschriften nicht mehr zurechtfinden“, sagt beispielsweise Ariane Berger, Hauptgeschäftsführerin des Landkreistages Sachsen-Anhalt.
Auch Sören Benn, ehemaliger Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, formuliert deutliche Kritik: „Weil Bürgerbeteiligungen im System nicht verankert und nicht gewünscht sind“. Und Jörg Neumann, Bürgermeister von Dabel, beschreibt ein Gefühl von Ohnmacht: „Weil immer von Demokratie gesprochen wird und von kommunaler Selbstverwaltung. Und dann merkt man plötzlich, wie machtlos man ist“.
Am Ende bleibt in „Land unter Druck“ auch ein Satz, der Hoffnung formuliert. „Vielleicht steht am Ende dieses Prozesses ja die Erneuerung unserer Demokratie“, sagt Brambach. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |