ETF-Anleger: Warum SpaceX kaum Einfluss aufs Depot hat
- Wo geht die Reise hin? ETF-Anleger fragen sich: Was bedeutet der Börsengang von SpaceX für mein Portfolio? (zu dpa: «SpaceX geht an die Börse: Was bedeutet das für ETF-Anleger?»)
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ETF und SpaceX. Der Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX wirkt spektakulär. Für viele Anleger mit Welt‑ETF dürfte er aber kaum etwas verändern.
Das Unternehmen von Elon Musk startete am Freitag, 12. Juni, an der Börse. Mit einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US‑Dollar zählt SpaceX damit sofort zu den sechs wertvollsten Unternehmen der Welt. Für viele Anleger stellt sich deshalb die Frage, ob die Aktie künftig automatisch in beliebten ETF auftaucht und damit Einfluss auf das eigene Depot bekommt.
Tatsächlich könnte SpaceX langfristig in große Indizes wie den MSCI World aufgenommen werden, an denen sich viele breit gestreute ETF orientieren. Doch der tatsächliche Anteil im Index dürfte zunächst sehr klein ausfallen.
Gewichtung im Welt‑ETF voraussichtlich unter 0,1 Prozent
Nach Einschätzung von Fachleuten könnte der Anteil der SpaceX‑Aktie im MSCI World zunächst unter 0,1 Prozent liegen. Der Grund liegt darin, dass nach dem Börsengang nur ein relativ kleiner Teil der Aktien frei handelbar ist.
Das Ratgeberportal Finanztip weist darauf hin, dass Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens dadurch kaum Einfluss auf die Entwicklung großer Welt‑ETF haben dürfte. Diese Fonds bilden rund 1.400 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern ab.
Die hohe Bewertung des Raumfahrtkonzerns sorgt dennoch für Diskussionen. SpaceX erzielte im vergangenen Jahr rund 19 Milliarden US‑Dollar Umsatz und machte dabei etwa 5 Milliarden US‑Dollar Verlust. Zum Vergleich: Der Facebook‑Mutterkonzern Meta erwirtschaftete mehr als 200 Milliarden US‑Dollar Umsatz und über 80 Milliarden US‑Dollar Gewinn.
Breite Streuung bleibt entscheidend
Die Bewertung von SpaceX gilt deshalb eher als Wette auf zukünftige Geschäftsfelder wie Satelliten‑Internet und Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz. Für ETF‑Sparer spielt diese Unsicherheit laut Verbraucherschützern aber eine geringere Rolle.
Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW verweist darauf, dass die breite Streuung von Welt‑ETF ein zentraler Schutzmechanismus ist. Anleger investieren mit einem einzigen Fonds gleichzeitig in zahlreiche Unternehmen weltweit.
Bei stärker spezialisierten Fonds kann der Einfluss einzelner Unternehmen allerdings größer sein. Das betrifft etwa Branchen‑ETF mit deutlich weniger enthaltenen Aktien.
Ein Börsengang wie der von SpaceX kann laut Scherfling dennoch ein Anlass sein, das eigene Depot zu überprüfen. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Gewichtung, Risiko und Anlageziele noch zusammenpassen.
- Nach einem Börsengang kann es mehrere Monate dauern, bis eine Aktie regulär in wichtige Indizes aufgenommen wird.
- Über ein sogenanntes Fast‑Entry‑Verfahren kann die Aufnahme auch schon innerhalb der ersten zwei Wochen erfolgen.
- Mehrere Indexanbieter wie Nasdaq, FTSE Russell und MSCI haben entsprechende Verfahren vorbereitet.
Unterm Strich bleibt der Effekt für viele ETF‑Sparer überschaubar, weil einzelne Unternehmen in breit gestreuten Weltindizes nur ein sehr kleines Gewicht haben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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