Erste West-Nil-Fälle in Baden-Württemberg: So schützt man sich
- In Stuttgart und Karlsruhe wurden zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet. (Symbolbild)
- Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn
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Stuttgart/Karlsruhe. Schutz vor Mückenstichen ist besonders wichtig: Erstmals sind in Baden-Württemberg zwei lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen nachgewiesen worden. Nach Einschätzung des Landesgesundheitsamts besteht für die Allgemeinbevölkerung derzeit kein erhöhtes Risiko.
Die Betroffenen hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten. Sie steckten sich nach Angaben des Sozialministeriums im Raum Stuttgart und Karlsruhe durch Stiche infizierter Stechmücken an. Die Infektionen wurden zwischen dem 8. und 14. Oktober entdeckt. Angaben zu Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand der beiden Personen machte das Ministerium nicht.
Wie das West-Nil-Virus übertragen wird
Das Virus wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts vor allem zwischen wildlebenden Vögeln durch Stechmücken übertragen. Infizierte Mücken können auch Menschen und andere Säugetiere anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im alltäglichen Kontakt nicht statt.
Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln das West-Nil-Fieber mit fieberhaften, grippeähnlichen Beschwerden. Etwa eine von 100 infizierten Personen erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel ohne Komplikationen aus. Bei schweren Verläufen können Spätfolgen jedoch vergleichsweise häufig sein.
Was vor Mückenstichen schützt
Eine spezifische antivirale Behandlung und eine für Menschen zugelassene Impfung gibt es derzeit nicht. Das Landesgesundheitsamt empfiehlt deshalb während der Stechmückensaison vor allem diese Maßnahmen:
- Mückenschutzmittel verwenden
- Lange, helle und weite Kleidung tragen
- Fenster und Türen mit Mückenschutzgittern sichern
- Stehendes Regenwasser in Untersetzern und Übertöpfen im Garten oder auf dem Balkon vermeiden
Das West-Nil-Virus war 2024 bereits bei Vögeln und Pferden in Baden-Württemberg festgestellt worden. Lokal erworbene Infektionen bei Menschen sind in Deutschland seit 2019 bekannt und wurden zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern erfasst. Bis zum 7. Oktober wurden in diesem Jahr vier weitere Fälle dokumentiert, zwei in Berlin sowie je einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz.
Hinweis für Arztpraxen
Ärztinnen und Ärzte sollen während der Stechmückensaison bei unklarem Fieber oder neurologischen Erkrankungen auch an eine mögliche West-Nil-Infektion denken und bei Verdacht geeignete Laboruntersuchungen veranlassen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |