Entwarnung bei Wildschwein-Fleisch in Rheinland-Pfalz
- Wildschweine können durch ihre Ernährung Radioaktivität aufweisen. (Symbolbild)
- Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
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Rheinland Pfalz. Wildschweinfleisch und gesammelte Pilze aus Wäldern können auch Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl noch radioaktive Spuren enthalten. Neue Messungen zeigen jedoch eine klare Entwarnung für Verbraucher in Rheinland Pfalz.
Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes sinkt die Belastung deutlich. Selbst ein häufiger Verzehr von Wildschweinfleisch gilt nach aktuellen Auswertungen inzwischen als gesundheitlich unbedenklich.
Kontrollen durch Jäger und Behörden
Jägerinnen und Jäger müssen Wildfleisch vor der Vermarktung selbst kontrollieren. Damit soll sichergestellt werden, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Produkte in den Handel gelangen.
Zusätzlich nimmt die amtliche Lebensmittelüberwachung Stichproben aus Handel, Gastronomie und spezialisierten Metzgereien. In den vergangenen zwei Jahren untersuchte das Landesuntersuchungsamt 105 Proben von Schwarzwildfleisch. Keine Probe überschritt den gesetzlichen Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm.
Wenn Fleisch wegen zu hoher Belastung nicht verkauft werden darf, erhalten Jäger eine Erstattung durch das Bundesverwaltungsamt. Im vergangenen Jahr wurde bundesweit nur ein Tier aus Rheinland Pfalz gemeldet, für das eine Entschädigung von 204,52 Euro gezahlt wurde.
Deutschlandweit gab es Erstattungen für 2927 Wildschweine. Der Großteil der Tiere stammte aus Bayern. Auch in Baden Württemberg wurden mehrere Fälle registriert.
Auch Pilze meist unbedenklich
Bei wild gesammelten Pilzen zeigen die Messungen ebenfalls positive Entwicklungen. Zwischen 2022 und 2025 analysierte das Landesuntersuchungsamt 70 Proben aus Rheinland Pfalz. Alle Werte lagen deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert.
Der Verzehr von Wildpilzen gilt grundsätzlich als unbedenklich. Fachleute raten dennoch zu maßvollem Konsum. Das Bundesumweltministerium empfiehlt höchstens 200 bis 250 Gramm frische Wildpilze pro Woche. Für Kinder gilt eine geringere Menge.
Warum gerade Wildschweine und Pilze betroffen sind
Die radioaktive Belastung geht auf den Reaktorunfall von Tschernobyl zurück. Eine radioaktive Wolke zog damals über Europa und führte je nach Niederschlag zu unterschiedlich starken Ablagerungen im Boden.
Heute spielt vor allem das langlebige Cäsium 137 eine Rolle. Es bleibt lange im Waldboden gebunden und wird von Pilzen aufgenommen. Wildschweine fressen unterirdisch wachsende Pilze wie Hirschtrüffel und nehmen das radioaktive Element über die Nahrungskette auf.
Deshalb kann Wildschweinfleisch regional stärker belastet sein als Fleisch anderer Wildtiere. Die aktuellen Messungen zeigen jedoch, dass die Werte in Rheinland Pfalz inzwischen deutlich zurückgehen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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