Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber: Drei Comedians im Jobtest
- Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber – Die behinderte Job-Challenge: Das Format schickt die drei Comedians in Job-Challenges, in denen Barrieren im Arbeitsalltag konkret werden.
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Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber – Die behinderte Job-Challenge. Drei Comedians gehen in einer neuen Comedy-Doku dorthin, wo Inklusion im Alltag oft besonders schwierig wird: an den Arbeitsplatz. Ab 3. August läuft das Format in der ARD Mediathek.
Tan Çağlar, Timur Turga und Okan Seese stellen sich Job-Challenges, die direkt im Arbeitsalltag spielen. Ein Kommentar aus dem Off fehlt, stattdessen erzählen die drei selbst, was passiert, was nervt, was weh tut und worüber trotzdem gelacht werden kann.
So läuft das Format, ohne Erklär-Off und ohne Mitleids-Bonus
Die Doku setzt auf Situationen, in denen Barrieren ganz konkret werden, etwa wenn Wege zu eng, Abläufe zu schnell oder Räume unübersichtlich sind. Die drei probieren Aufgaben aus, bei denen andere oft zuerst Gründe sammeln würden, warum es nicht geht.
Im Mittelpunkt stehen dabei drei sehr unterschiedliche Perspektiven: Tan ist als Rollstuhlfahrer unterwegs, Okan ist gehörlos, Timur hat nach eigenen Angaben nur fünf Prozent Sehkraft. Humor entsteht aus dem, was in der Situation passiert, nicht auf Kosten der Behinderung.
Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber: Vom Bauernhof bis zum Restaurant
Eine der Stationen führt Tan auf einen Bauernhof nach Krippehna, wo er bei Landwirtin Lydia vom Hof Prautzsch mit anpackt. „Ich bin Landwirtin und das ist der schönste Job der Welt, weil er einfach einen Sinn hat“, sagt Lydia.
Tan übernimmt dort Aufgaben wie Rinder versorgen, Schafe füttern und arbeitet auch mit Bienen, während der Rollstuhl auf dem Feld an Grenzen kommt. Seine erste Reaktion fasst er mit einem Spruch zusammen: „Ich dachte, ich bin bei ‚Bauer sucht Frau‘. Am Ende wurde ich ja dann sogar abgeschleppt.“
Service, Autopflege, Tempo: Wenn Kommunikation und Sicherheit zählen
Okan übernimmt den Service in einem vollbesetzten kubanischen Restaurant. Bei Salsa-Musik, Sonderwünschen und Hektik steht Kommunikation unter Druck, und Okan erlebt dabei nach eigener Aussage vor allem Unsicherheiten bei den Gästen im Umgang mit seiner Gehörlosigkeit.
„Sie haben Berührungsängste“, stellt er fest und setzt direkt hinterher: „Ich bin doch kein Monster!“
Wenn fünf Prozent Sehkraft auf Präzision treffen
Timur arbeitet einen Tag lang in einer professionellen Autoreinigung, wo Oldtimer aufbereitet werden und es um Akribie und Vorsicht geht. „Überall bewegen sich Farben und Lichter. Es hat keine richtigen Formen“, konstatiert er und spricht von größten Sicherheitsbedenken.
Zu sehen gibt es „Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber – Die behinderte Job-Challenge“ ab 3. August in der ARD Mediathek, außerdem am selben Tag um 23.20 Uhr im Ersten sowie am 6. August um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |