Ehrenamt trotz Job: So können Arbeitgeber Zeit und Geld unterstützen
- Ehrenamt neben dem Beruf wird oft an Zeitmangel schwierig. Unternehmen können mit Freistellungen, flexiblen Arbeitszeiten oder finanzieller Unterstützung konkret entlasten.
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Ehrenamt im Job. Wer sich freiwillig engagieren will, braucht im Alltag vor allem Zeit und planbare Freiräume. Genau hier können Arbeitgeber konkret helfen, zum Beispiel mit Freistellungen, flexibleren Arbeitszeiten oder finanzieller Unterstützung.
Darauf verweist ein neuer Ratgeber des Business Council for Democracy, veröffentlicht von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Er bündelt elf Praxisbeispiele aus ganz Deutschland, wie Unternehmen das Engagement von Mitarbeitenden fördern können, ohne dass es im Arbeitsalltag an Organisation oder Budget scheitert.
Ergänzend hat das BC4D eine Umfrage zum Thema "Unternehmen und Ehrenamt" in Auftrag gegeben. Das Institut Civey befragte vom 12.02. bis 10.03. rund 2.500 Erwerbstätige in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitenden online. Zusätzlich wurden in dieser Betriebsgröße je 1.000 Erwerbstätige befragt, die sich ehrenamtlich engagieren oder nicht engagieren. Weitere 1.000 Befragte hatten Führungsverantwortung für mehr als 10 Mitarbeitende.
Was laut Umfrage am häufigsten bremst und was im Betrieb hilft
Als größte Hürden nennen Berufstätige vor allem Zeitmangel und wenig flexible Arbeitszeiten. Für die Bereitschaft, sich zu engagieren, zeigt die Umfrage zudem Unterschiede zwischen Gruppen. Zu denen mit der höchsten Bereitschaft zählen Familien mit Kindern sowie Menschen mit hoher Affinität zu demokratischen Parteien.
In der Praxis drehen sich viele betriebliche Lösungen um einfache, gut planbare Unterstützungsformen:
- Freistellungen für Einsätze oder wiederkehrende Termine im Ehrenamt.
- Flexible Arbeitszeitmodelle, damit Engagement neben dem Job realistisch planbar bleibt.
- Finanzielle Unterstützung, etwa für Projekte, Material oder anfallende Kosten.
- Betriebliche Infrastruktur, die Engagement erleichtert, zum Beispiel Räume, Technik oder organisatorische Hilfe.
Der Hintergrund: Der Business Council for Democracy ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung und des Institute for Strategic Dialogue. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen demokratische Werte und verantwortliches Handeln in der Arbeitswelt zu stärken.
Wer die Ergebnisse der Umfrage und Beispiele aus der Unternehmenspraxis im Zusammenhang sehen will, kann sie im BC4D Digital Talk "Unternehmen stärken Ehrenamt" nachverfolgen. Die Vorstellung ist für Dienstag, 14.4. um 13.00 Uhr angekündigt, unter anderem mit Christiane Fleiter (Pfizer) und Jörg Flügge (Batix).
Unterm Strich zeigt die Kombination aus Umfrage und Praxisbeispielen vor allem eines: Wenn Zeitflexibilität und konkrete Unterstützung im Betrieb geregelt sind, wird ehrenamtliches Engagement für viele erst alltagstauglich.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |