E-Bike-Akku schützen: So hält er bei Frost länger
- Mit der richtigen Pflege und Vorsicht können E-Bikes auch bei Kälte und Frost zuverlässig genutzt werden.
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E-Bike-Akku schützen. Ein warmer, richtig geladener E-Bike-Akku bringt im Herbst und Winter mehr Reichweite und altert langsamer. Entscheidend sind vor allem Lagerung, Ladezeitpunkt und der Umgang mit Kältepausen.
Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Die Stiftung Warentest verweist in ihrer Ausgabe 9/26 darauf, dass Kälte und Frost Leistung und Lebensdauer beeinträchtigen können. Für den Alltag bedeutet das: Nicht die Fahrt im Winter ist das Hauptproblem, sondern ein ausgekühlter oder falsch geladener Akku.
Wärme vor der Fahrt schont die Batterie
Steht ein E-Bike in einer kalten Garage, ist ein herausnehmbarer Akku in der Wohnung besser aufgehoben. Ideal sind laut den Testlabor-Experten Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Eingesetzt wird die Batterie dann erst kurz vor der Fahrt.
Der Vorteil ist praktisch spürbar: Mit einem zimmerwarmen Akku lässt sich auch bei Frost fahren, weil die Wärmeentwicklung während der Fahrt die Zellen auf Betriebstemperatur hält. Bei längeren Pausen sollte der Akku möglichst nicht auskühlen. Sinnvoll ist dann, ihn mit in Innenräume zu nehmen und bei Bedarf nachzuladen.
Bei regelmäßigen Fahrten bei niedrigen Temperaturen kann eine isolierende Akkuhülle helfen. Das gilt besonders bei E-Bikes mit fest eingebauter Batterie. Wer schon beim Kauf eine ganzjährige Nutzung einplant, fährt mit einem Modell mit herausnehmbarem Akku im Winter flexibler.
Kalte Akkus nicht sofort ans Ladegerät hängen
Besonders belastend ist das Laden oder Entladen bei Temperaturen unter null Grad. Ein ausgekühlter Akku sollte deshalb erst auf mehr als 0 Grad erwärmt werden. Noch besser sind etwa 10 bis 15 Grad Celsius, bevor er ans Ladegerät kommt.
Ein vollständiges Leerfahren ist bei modernen E-Bike-Akkus nicht nötig. Anders als ältere Batterien haben sie keinen Memory-Effekt. Teilladungen sind daher unproblematisch. Häufiges vollständiges Entladen kann die Lebensdauer sogar verkürzen.
Für die tägliche Nutzung helfen vor allem diese Punkte:
- Akku möglichst bei 10 bis 20 Grad Celsius lagern.
- Kalten Akku erst erwärmen, dann laden.
- Teilladungen nutzen, statt den Akku regelmäßig leerzufahren.
- Bei Frostpausen den Akku mit ins Warme nehmen.
- Bei fest verbautem Akku über eine isolierende Hülle nachdenken.
500 bis 1.000 Ladezyklen sind nur ein Richtwert
Viele Hersteller nennen für E-Bike-Akkus 500 bis 1.000 vollständige Ladezyklen. Wie lange eine Batterie tatsächlich nutzbar bleibt, hängt aber stark von Pflege und Nutzung ab. Selbst bei vorsichtiger Rechnung mit 500 Ladezyklen und jeweils 50 Kilometern wären rund 25.000 Kilometer möglich.
Die Lebensdauer kann deutlich kürzer ausfallen, wenn der Akku häufig hohen Temperaturen oder Minusgraden ausgesetzt wird. Auch häufiges komplettes Leerfahren oder eine Lagerung im entladenen Zustand belasten die Zellen.
Dazu kommt die kalendarische Alterung. Akkuzellen verlieren auch unabhängig von der Nutzung jedes Jahr etwas Kapazität. Nach etwa fünf Jahren kann deshalb ein Ersatzakku notwendig werden. Einen zweiten Akku dauerhaft auf Vorrat zu lagern, lohnt sich nach Einschätzung der Experten meist kaum, weil auch ungenutzte Batterien altern und Ersatzakkus je nach Modell etwa 600 bis 1.200 Euro kosten können.
Lagerung und Transport entscheiden mit über die Haltbarkeit
Für längere Standzeiten empfiehlt sich ein Ladezustand von etwa 40 bis 60 Prozent. So wird die Selbstentladung begrenzt. Wird ein Akku über längere Zeit komplett leer gelagert, kann eine Tiefentladung entstehen und die Zellen schädigen.
Beim Transport des E-Bikes mit dem Auto sollte der Akku grundsätzlich abgenommen werden. Spritzwasser und Regenwasser können sonst in das Gehäuse eindringen und die Elektronik beschädigen. Die Kontakte am Fahrrad lassen sich für die Fahrt abdecken oder abkleben.
Herbst kann beim Kauf Vorteile bringen
Wer ein E-Bike anschaffen will, findet im Herbst mitunter günstigere Angebote, weil Händler Lagerbestände reduzieren. Für den Weg zur Arbeit kann ein Urban- oder City-E-Bike ausreichen. Solche Modelle haben oft weniger Reichweite als Trekking-E-Bikes, sind dafür aber häufig wartungsärmer.
Auch Leasing kann interessant sein, wenn ein Fahrrad nur zeitweise benötigt wird oder ein Arbeitgeber ein Dienstrad unterstützt. Bei einem Akkudefekt sollte außerdem geprüft werden, ob eine Reparatur möglich und wirtschaftlicher ist als ein neuer Akku.
Nasse Straßen verlangen weniger Unterstützung
Auf nasser oder glatter Fahrbahn ist eine niedrige Unterstützungsstufe hilfreich, damit das Hinterrad beim Anfahren nicht so leicht durchdreht. Elektromotoren können je nach Modell leicht verzögert reagieren.
E-Bikes sind zudem meist schwerer als normale Fahrräder. 25 Kilogramm und mehr sind keine Seltenheit. Dadurch können sich Bremswege verlängern, und in nassen Kurven kann das Rad wegen des Gewichts leichter wegrutschen. Ein geringfügig reduzierter Reifendruck kann mehr Grip bringen, solange die Herstellerangaben eingehalten werden.
Praktisch zählt im Winter vor allem ein einfacher Grundsatz: Akku warm lagern, kalt nicht laden und bei längeren Pausen vor Auskühlung schützen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |