Brand in Reutlingen: So werden Umspannwerke geschützt
- Es gibt Tausende Umspannwerke in Deutschland.
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Reutlingen. Ein Brand in einem Umspannwerk kann tausende Menschen plötzlich ohne Strom, Internet oder Mobilfunk lassen. Nach dem Feuer in einer Anlage in Reutlingen rückt deshalb die Frage in den Fokus, wie solche zentralen Knotenpunkte der Stromversorgung geschützt werden.
Umspannwerke gelten als Herzstücke des Stromnetzes. Sie verteilen elektrische Energie aus großen Leitungen weiter in regionale Netze und schließlich bis zu Haushalten und Unternehmen. Fällt eine Anlage aus, können ganze Stadtteile betroffen sein.
Der Netzbetreiber Netze BW verweist auf umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Für besonders sensible Anlagen existieren spezielle Schutzkonzepte. Teilweise kommt auch Überwachungstechnik zum Einsatz. Welche Maßnahmen angewendet werden, hängt laut Unternehmen von der jeweiligen Risikoeinschätzung ab. Diese werde regelmäßig überprüft und angepasst.
Nach Angaben des Betreibers beschäftigt sich das Unternehmen intensiv mit besonders kritischen Punkten der eigenen Infrastruktur. Zudem gebe es einen engen Austausch mit Behörden des Krisen und Katastrophenschutzes.
Keine Anlage lässt sich vollständig absichern
Einen lückenlosen Schutz kann es dennoch nicht geben. Grund ist die große Zahl an Anlagen und die enorme Länge der Stromleitungen. Deshalb konzentrieren Betreiber ihre Sicherheitsmaßnahmen vor allem auf besonders wichtige Standorte.
Zum deutschen Stromnetz gehören laut den vier Übertragungsnetzbetreibern rund 300 große Umspannwerke in der Höchstspannungsebene. Zusätzlich existieren bundesweit tausende weitere Umspannwerke und Trafostationen, die Strom schrittweise bis zu Haushalten weiterverteilen.
Der österreichische Krisen- und Blackout-Vorsorgeexperte Herbert Saurugg weist darauf hin, dass viele Anlagen abgelegen im Gelände liegen. „Die Vorstellung, die kann man einfach irgendwie schützen. Das funktioniert nicht“, sagte er. Kritische Infrastruktur sei grundsätzlich verletzlich. Störungen könnten sich schnell kaskadenartig im Netz ausbreiten.
Nach dem Brand in dem Umspannwerk in Reutlingen wird derzeit wegen möglicher Brandstiftung ermittelt. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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